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Περὶ ἀγαθῶ καὶ κακῶ.
(1) δισσοὶ λόγοι λέγονται ἐν τᾶι Ἑλλάδι ὑπὸ τῶν φιλοσοφούντων περὶ τῶ ἀγαθῶ καὶ τῶ κακῶ. τοὶ μὲν γὰρ λέγοντι, ὡς ἄλλο μέν εστι τὸ ἀγαθόν, ἄλλο δὲ τὸ κακόν· τοὶ δέ, ὡς τὸ αὐτό ἐστι, καὶ τοῖς μὲν ἀγαθὸν εἴη, τοῖς δὲ κακόν, καὶ τῶι αὐτῶι ἀνθρώπωι τοτὲ μὲν ἀγαθόν, τοτὲ δὲ κακόν.
(2) ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῖσδε ποτιτίθεμαι· σκέψομαι δὲ ἐκ τῶ ἀνθρωπίνω βίω, ὧι ἐπιμελὲς βρώσιός τε καὶ πόσιος καὶ ἀφροδισίων· ταῦτα γὰρ ἀσθενοῦντι μὲν κακόν, ὑγιαίνοντι δὲ καὶ δεομένωι ἀγαθόν.
(3) καὶ ἀκρασία τοίνυν τούτων τοῖς μὲν ἀκρατέσι κακόν, τοῖς δὲ πωλεῦντι ταῦτα καὶ μισθαρνέοντι ἀγαθόν. νόσος τοίνυν τοῖς μὲν ἀσθενεῦντι κακόν, τοῖς δὲ ἰατροῖς ἀγαθόν. ὁ τοίνυν θάνατος τοῖς μὲν ἀποθανοῦσι κακόν, τοῖς δ’ ἐνταφιοπώλαις καὶ τυμβοποιοῖς ἀγαθόν.
(4) γεωργία τε καλῶς ἐξενείκασα τὼς καρπὼς τοῖς μὲν γεωργοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἐμπόροις κακόν. τὰς τοίνυν ὁλκάδας συντρίβεσθαι καὶ παραθραύεσθαι τῶι μὲν ναυκλήρωι κακόν, τοῖς δὲ ναυπαγοῖς ἀγαθόν.
(5) ἔτι 〈δὲ〉 τὸν σίδαρον κατέσθεσθαι καὶ ἀμβλύνεσθαι καὶ συντρίβεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ χαλκῆι ἀγαθόν. καὶ μὰν τὸν κέραμον παραθραύεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τοῖς δὲ κεραμεῦσιν ἀγαθόν. τὰ δὲ ὑποδήματα κατατρίβεσθαι καὶ διαρρήγνυσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ σκυτῆι ἀγαθόν.
(6) ἐν τοίνυν τοῖς ἀγῶσι τοῖς γυμνικοῖς καὶ τοῖς μωσικοῖς καὶ τοῖς πολεμικοῖς· αὐτίκα ἐν τῶι γυμνικῶι τῶι σταδιοδρόμωι ἁ νίκα τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.
(7) καττωὐτὸ δὲ καὶ τῶι παλαιστᾶι καὶ πύκται καὶ τοῖς ἄλλοις ἔν τε 〈τῶι〉 μωσικῶι ἁ νίκα ἁ κιθαρωιδίας τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.
(8) ἔν τε τῶι πολέμωι (καὶ τὰ νεώτατα πρῶτον ἐρῶ) ἁ τῶν Λακεδαιμονίων νίκα, ἃν ἐνίκων Ἀθηναίως καὶ τὼς συμμάχως, Λακεδαιμονίοις μὲν ἀγαθόν, Ἀθηναίοις δὲ καὶ τοῖς συμμάχοις κακόν· ἅ τε νίκα, ἃν τοὶ Ἕλλανες τὸν Πέρσαν ἐνίκασαν, τοῖς μὲν Ἕλλασιν ἀγαθόν, τοῖς δὲ βαρβάροις κακόν.
(9) ἁ τοίνυν τοῦ Ἰλίου αἵρεσις τοῖς μὲν Ἀχαιοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Τρωσὶ κακόν. καδδὲ ταὐτὸν καὶ τὰ τῶν Θηβαίων καὶ τὰ τῶν Ἀργείων πάθη.
(10) καὶ ἁ τῶν Κενταύρων καὶ Λαπιθᾶν μάχα τοῖς μὲν Λαπίθαις ἀγαθόν, τοῖς δὲ Κενταύροις κακόν. καὶ μὰν καὶ ἁ τῶν θεῶν καὶ Γιγάντων λεγομένα μάχα [καὶ νίκα] τοῖς μὲν θεοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Γίγασι κακόν.
(11) ἄλλος δὲ λόγος λέγεται, ὡς ἄλλο μὲν τἀγαθὸν εἴη, ἄλλο δὲ τὸ κακόν, διαφέρον ὥσπερ καὶ τὦνυμα, οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα. ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῦτον διαιρεῦμαι τὸν τρόπον· δοκῶ γὰρ οὐδὲ διάδαλόν 〈κ’〉 ἦμεν, ποῖον ἀγαθὸν καὶ ποῖον κακόν, αἰ τὸ αὐτὸ καὶ μὴ ἄλλο ἑκάτερον ἦς· καὶ γὰρ θαυμαστόν κ’ εἴη.
(12) οἶμαι δὲ οὐδέ κ’ αὐτὸν ἔχεν ἀποκρίνασθαι, αἴ τις [αὐτὸν] ἔροιτο τὸν ταῦτα λέγοντα: εἶπον δή μοι, ἤδη τύ τι τοὶ γονέες ἀγαθὸν ἐποίησαν; φαίη κα· καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα. τὺ ἄρα κακὰ καὶ μεγάλα καὶ πολλὰ τούτοις ὀφείλεις, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.
(13) τί δέ, τὼς συγγενέας ἤδη τι ἀγαθὸν ἐποίησας; 〈καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα〉. τὼς ἄρα συγγενέας κακὸν ἐποίεις. τί δέ, τὼς ἐχθρὼς ἤδη κακὸν ἐποίησας; καὶ πολλὰ καὶ 〈μεγάλα〉. μέγιστα ἄρα ἀγαθὰ ἐποίησας.
(14) ἄγε δή μοι καὶ τόδε ἀπόκριναι. ἄλλο τι ἢ τὼς πτωχὼς οἰκτίρεις, ὅτι πολλὰ καὶ κακὰ ἔχοντι, 〈καὶ〉 πάλιν εὐδαιμονίζεις, ὅτι πολλὰ καὶ ἀγαθὰ πράσσοντι, αἴπερ τωὐτὸ κακὸν καὶ ἀγαθόν;
(15) τὸν δὲ βασιλῆ τὸν μέγαν οὐδὲν κωλύει ὁμοίως διακεῖσθαι τοῖς πτωχοῖς. τὰ γὰρ πολλὰ καὶ μεγάλα ἀγαθὰ αὐτῶι πολλὰ κακὰ καὶ μεγάλα ἐστίν, αἴ γα τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν. καὶ τάδε μὲν περὶ τῶν πάντων εἰρήσθω.
(16) εἶμι δὲ καὶ καθ’ ἕκαστον ἀρξᾶμενος ἀπὸ τῶ ἐσθίεν καὶ πῖνεν καὶ ἀφροδισιάζεν. ταῦτα γὰρ τοῖς ἀσθενεῦντι 〈ποιὲν κακόν, καὶ πάλιν〉 ταῦτα ποιὲν ἀγαθόν ἐστιν αὐτοῖς, αἴπερ τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν· καὶ τοῖς νοσέοντι κακόν ἐστι τὸ νοσεῖν καὶ ἀγαθόν, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.
(17) καδδὲ τόδε καὶ τἆλλα πάντα, τὰ ἐν τῶι ἔμπροσθεν λόγωι εἴρηται. καὶ οὐ λέγω, τί ἐστι τὸ ἀγαθόν, ἀλλὰ τοῦτο πειρῶμαι διδάσκειν, ὡς οὐ τωὐτὸν [εἴη] τὸ κακὸν καὶ τἀγαθόν, ἀλλ’ ἑκάτερον.
Zwiespältige Reden werden in Griechenland von den Philosophirenden über das Gute und das Ueble gehalten. Denn die Einen sagen, ein Anderes sei das Gute, ein Anderes das Ueble; die Anderen aber, es sei dasselbe und zwar für die Einen gut, für die Anderen übel, auch für denselben Menschen zuweilen gut, zuweilen wieder übel.
Ich selber nun stelle mich auch zu diesen; ich werde die Betrachtung aber auf die Dinge richten, um welche sich das menschliche Leben dreht, nämlich Speise und Trank und Liebesgenuss. Denn dieses ist für einen Kranken übel, für einen Gesunden aber und Verlangenden gut. Also auch Unmässigkeit in diesen Dingen ist für die Unmässigen übel, für die Aerzte aber gut. Der Tod also ist für die Sterbenden übel; für die Leichengeräthverkäufer aber und die Todtengräber gut. Und dass die Landwirthschaft die Früchte gut hervorgebracht hat, ist für die Landwirthe gut, für die Grosshändler aber übel. Dass also die Lastschiffe durch Reibung und Stoss beschädigt werden, ist für den Schiffseigenthümer übel, für die Schiffszimmerleute aber gut. Ferner dass die eisernen Werkzeuge angefressen und stumpf und abgerieben werden, das ist für alle Uebrigen übel, für den Schmied aber gut. Und wahrhaftig, dass die Thongeschirre zerbrechen, ist für alle Uebrigen übel, für die Töpfer aber gut. Dass aber die Schuhe abgerieben und zerrissen werden, ist für alle Uebrigen übel, für den Schuster aber gut. In den Wettkämpfen also, den gymnastischen, musischen und kriegerischen, (z. B.) sofort bei dem nackten Kampfspiel, ist der Sieg für den siegenden Wettkämpfer gut, für den Besiegten aber übel. Und so (verhält es sich) auch mit den Ringern und Faustkämpfern und mit allen übrigen musischen Kämpfern; sofort z. B. ist das Citherspiel für den Siegenden gut, für die Besiegten übel. Auch im Kriege, um das Neueste zuerst zu erwähnen, ist der Sieg der Lacedämonier, mit welchem sie die Athener und die Bundesgenossen besiegten, für die Lacedämonier gut, für die Athener aber und die Bundesgenossen übel; und der Sieg, den die Hellenen über die Perser davontrugen, für die Hellenen gut, für die Barbaren aber übel. Also Ilion’s Eroberung für die Achäer gut, für die Troer aber übel. Ebenso auch die Leiden der Thebaner und der Argiver und die Schlacht der Centauren und Lapithen für die Lapithen gut, für die Centauren aber übel. Und wahrhaftig, so war auch zwischen den Göttern und Giganten die sogenannte Schlacht und der Sieg für die Götter gut, für die Giganten aber übel.
Eine andere Rede aber geht, es sei etwas Anderes das Gute und etwas Anderes das Ueble, verschieden wie dem Namen, so auch der Sache nach. Ich setze nun auch dies in folgender Weise auseinander; denn ich glaube, es sei nicht klar, was gut und was übel ist, wenn jedes von beiden dasselbe und nicht etwas Anderes wäre; ja, das wäre auch erstaunlich. Ich glaube nun, er hätte nichts zu antworten, wenn man ihn, der dies behauptet, fragen wollte: Sage mir doch, hast Du Deinen Eltern schon etwas Gutes erwiesen? Er würde wohl erwidern, gewiss, viel und Bedeutendes. Also bist Du diesen viel und bedeutendes Uebel schuldig, wenn das Gute mit dem Ueblen dasselbe ist. Wie aber, hast Du Deinen Verwandten schon Gutes erwiesen? Den Verwandten also thatest Du Uebles. Wie aber, Deinen Feinden hast Du schon Uebles zugefügt? Ja viel und Bedeutendes. Also hast Du ihnen Gutes erwiesen. Wohlan, antworte mir nun auch hierauf: bemitleidest Du die Bettler, weil sie viele und bedeutende Uebel zu erleiden haben, und preisest Du wiederum die Reichen selig, weil es ihnen in vielen und bedeutenden Stücken gut geht, wenn Uebel und Gut einerlei ist? Es steht nichts im Wege, dass der grosse König mit den Bettlern zusammenfalle, denn die vielen bedeutenden Güter sind ihm ja viele und bedeutende Uebel, wenn Gutes und Uebel einerlei ist. Dies soll nun vom Allgemeinen gesagt sein.
Ich will auch auf das Einzelne eingehen, indem ich vom Essen, Trinken und den Liebesgenüssen anfange. Denn dies ist (wäre) für die, welche zu schwach sind, um sich dergleichen zu erlauben, gut, wenn gut und übel einerlei ist; und für die Kranken ist (wäre) das Kranksein sowohl übel als gut, wenn gut und übel einerlei ist. Und dasselbe gilt auch von allem oben Gesagten. Und ich erkläre nicht, was das Gute ist, sondern ich versuche blos zu lehren, dass nicht wohl einerlei sein möchte übel und gut, sondern Jedes von dem Anderen verschieden.
German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224How this fragment survives
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek View original source ↗
Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 1.3 the German joins the excess/doctors examples and does not separately give Diels’s seller-profit and illness clauses. At 1.6 it describes the athletic example as naked competition. At 1.12 the direction of benefit between parents and children differs; the Diels-supplied response at 1.13 is absent. At 1.14 the German expressly says rich men. At 1.16 the later supplied clause about doing bad and again is absent
German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224 Published translation ↗
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