The Presocratic Reader

Dissoi Logoi

DK 90

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Περὶ ἀγαθῶ καὶ κακῶ.

(1) δισσοὶ λόγοι λέγονται ἐν τᾶι Ἑλλάδι ὑπὸ τῶν φιλοσοφούντων περὶ τῶ ἀγαθῶ καὶ τῶ κακῶ. τοὶ μὲν γὰρ λέγοντι, ὡς ἄλλο μέν εστι τὸ ἀγαθόν, ἄλλο δὲ τὸ κακόν· τοὶ δέ, ὡς τὸ αὐτό ἐστι, καὶ τοῖς μὲν ἀγαθὸν εἴη, τοῖς δὲ κακόν, καὶ τῶι αὐτῶι ἀνθρώπωι τοτὲ μὲν ἀγαθόν, τοτὲ δὲ κακόν.

(2) ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῖσδε ποτιτίθεμαι· σκέψομαι δὲ ἐκ τῶ ἀνθρωπίνω βίω, ὧι ἐπιμελὲς βρώσιός τε καὶ πόσιος καὶ ἀφροδισίων· ταῦτα γὰρ ἀσθενοῦντι μὲν κακόν, ὑγιαίνοντι δὲ καὶ δεομένωι ἀγαθόν.

(3) καὶ ἀκρασία τοίνυν τούτων τοῖς μὲν ἀκρατέσι κακόν, τοῖς δὲ πωλεῦντι ταῦτα καὶ μισθαρνέοντι ἀγαθόν. νόσος τοίνυν τοῖς μὲν ἀσθενεῦντι κακόν, τοῖς δὲ ἰατροῖς ἀγαθόν. ὁ τοίνυν θάνατος τοῖς μὲν ἀποθανοῦσι κακόν, τοῖς δ’ ἐνταφιοπώλαις καὶ τυμβοποιοῖς ἀγαθόν.

(4) γεωργία τε καλῶς ἐξενείκασα τὼς καρπὼς τοῖς μὲν γεωργοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἐμπόροις κακόν. τὰς τοίνυν ὁλκάδας συντρίβεσθαι καὶ παραθραύεσθαι τῶι μὲν ναυκλήρωι κακόν, τοῖς δὲ ναυπαγοῖς ἀγαθόν.

(5) ἔτι 〈δὲ〉 τὸν σίδαρον κατέσθεσθαι καὶ ἀμβλύνεσθαι καὶ συντρίβεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ χαλκῆι ἀγαθόν. καὶ μὰν τὸν κέραμον παραθραύεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τοῖς δὲ κεραμεῦσιν ἀγαθόν. τὰ δὲ ὑποδήματα κατατρίβεσθαι καὶ διαρρήγνυσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ σκυτῆι ἀγαθόν.

(6) ἐν τοίνυν τοῖς ἀγῶσι τοῖς γυμνικοῖς καὶ τοῖς μωσικοῖς καὶ τοῖς πολεμικοῖς· αὐτίκα ἐν τῶι γυμνικῶι τῶι σταδιοδρόμωι ἁ νίκα τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.

(7) καττωὐτὸ δὲ καὶ τῶι παλαιστᾶι καὶ πύκται καὶ τοῖς ἄλλοις ἔν τε 〈τῶι〉 μωσικῶι ἁ νίκα ἁ κιθαρωιδίας τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.

(8) ἔν τε τῶι πολέμωι (καὶ τὰ νεώτατα πρῶτον ἐρῶ) ἁ τῶν Λακεδαιμονίων νίκα, ἃν ἐνίκων Ἀθηναίως καὶ τὼς συμμάχως, Λακεδαιμονίοις μὲν ἀγαθόν, Ἀθηναίοις δὲ καὶ τοῖς συμμάχοις κακόν· ἅ τε νίκα, ἃν τοὶ Ἕλλανες τὸν Πέρσαν ἐνίκασαν, τοῖς μὲν Ἕλλασιν ἀγαθόν, τοῖς δὲ βαρβάροις κακόν.

(9) ἁ τοίνυν τοῦ Ἰλίου αἵρεσις τοῖς μὲν Ἀχαιοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Τρωσὶ κακόν. καδδὲ ταὐτὸν καὶ τὰ τῶν Θηβαίων καὶ τὰ τῶν Ἀργείων πάθη.

(10) καὶ ἁ τῶν Κενταύρων καὶ Λαπιθᾶν μάχα τοῖς μὲν Λαπίθαις ἀγαθόν, τοῖς δὲ Κενταύροις κακόν. καὶ μὰν καὶ ἁ τῶν θεῶν καὶ Γιγάντων λεγομένα μάχα [καὶ νίκα] τοῖς μὲν θεοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Γίγασι κακόν.

(11) ἄλλος δὲ λόγος λέγεται, ὡς ἄλλο μὲν τἀγαθὸν εἴη, ἄλλο δὲ τὸ κακόν, διαφέρον ὥσπερ καὶ τὦνυμα, οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα. ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῦτον διαιρεῦμαι τὸν τρόπον· δοκῶ γὰρ οὐδὲ διάδαλόν 〈κ’〉 ἦμεν, ποῖον ἀγαθὸν καὶ ποῖον κακόν, αἰ τὸ αὐτὸ καὶ μὴ ἄλλο ἑκάτερον ἦς· καὶ γὰρ θαυμαστόν κ’ εἴη.

(12) οἶμαι δὲ οὐδέ κ’ αὐτὸν ἔχεν ἀποκρίνασθαι, αἴ τις [αὐτὸν] ἔροιτο τὸν ταῦτα λέγοντα: εἶπον δή μοι, ἤδη τύ τι τοὶ γονέες ἀγαθὸν ἐποίησαν; φαίη κα· καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα. τὺ ἄρα κακὰ καὶ μεγάλα καὶ πολλὰ τούτοις ὀφείλεις, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.

(13) τί δέ, τὼς συγγενέας ἤδη τι ἀγαθὸν ἐποίησας; 〈καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα〉. τὼς ἄρα συγγενέας κακὸν ἐποίεις. τί δέ, τὼς ἐχθρὼς ἤδη κακὸν ἐποίησας; καὶ πολλὰ καὶ 〈μεγάλα〉. μέγιστα ἄρα ἀγαθὰ ἐποίησας.

(14) ἄγε δή μοι καὶ τόδε ἀπόκριναι. ἄλλο τι ἢ τὼς πτωχὼς οἰκτίρεις, ὅτι πολλὰ καὶ κακὰ ἔχοντι, 〈καὶ〉 πάλιν εὐδαιμονίζεις, ὅτι πολλὰ καὶ ἀγαθὰ πράσσοντι, αἴπερ τωὐτὸ κακὸν καὶ ἀγαθόν;

(15) τὸν δὲ βασιλῆ τὸν μέγαν οὐδὲν κωλύει ὁμοίως διακεῖσθαι τοῖς πτωχοῖς. τὰ γὰρ πολλὰ καὶ μεγάλα ἀγαθὰ αὐτῶι πολλὰ κακὰ καὶ μεγάλα ἐστίν, αἴ γα τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν. καὶ τάδε μὲν περὶ τῶν πάντων εἰρήσθω.

(16) εἶμι δὲ καὶ καθ’ ἕκαστον ἀρξᾶμενος ἀπὸ τῶ ἐσθίεν καὶ πῖνεν καὶ ἀφροδισιάζεν. ταῦτα γὰρ τοῖς ἀσθενεῦντι 〈ποιὲν κακόν, καὶ πάλιν〉 ταῦτα ποιὲν ἀγαθόν ἐστιν αὐτοῖς, αἴπερ τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν· καὶ τοῖς νοσέοντι κακόν ἐστι τὸ νοσεῖν καὶ ἀγαθόν, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.

(17) καδδὲ τόδε καὶ τἆλλα πάντα, τὰ ἐν τῶι ἔμπροσθεν λόγωι εἴρηται. καὶ οὐ λέγω, τί ἐστι τὸ ἀγαθόν, ἀλλὰ τοῦτο πειρῶμαι διδάσκειν, ὡς οὐ τωὐτὸν [εἴη] τὸ κακὸν καὶ τἀγαθόν, ἀλλ’ ἑκάτερον.

Zwiespältige Reden werden in Griechenland von den Philosophirenden über das Gute und das Ueble gehalten. Denn die Einen sagen, ein Anderes sei das Gute, ein Anderes das Ueble; die Anderen aber, es sei dasselbe und zwar für die Einen gut, für die Anderen übel, auch für denselben Menschen zuweilen gut, zuweilen wieder übel.

Ich selber nun stelle mich auch zu diesen; ich werde die Betrachtung aber auf die Dinge richten, um welche sich das menschliche Leben dreht, nämlich Speise und Trank und Liebesgenuss. Denn dieses ist für einen Kranken übel, für einen Gesunden aber und Verlangenden gut. Also auch Unmässigkeit in diesen Dingen ist für die Unmässigen übel, für die Aerzte aber gut. Der Tod also ist für die Sterbenden übel; für die Leichengeräthverkäufer aber und die Todtengräber gut. Und dass die Landwirthschaft die Früchte gut hervorgebracht hat, ist für die Landwirthe gut, für die Grosshändler aber übel. Dass also die Lastschiffe durch Reibung und Stoss beschädigt werden, ist für den Schiffseigenthümer übel, für die Schiffszimmerleute aber gut. Ferner dass die eisernen Werkzeuge angefressen und stumpf und abgerieben werden, das ist für alle Uebrigen übel, für den Schmied aber gut. Und wahrhaftig, dass die Thongeschirre zerbrechen, ist für alle Uebrigen übel, für die Töpfer aber gut. Dass aber die Schuhe abgerieben und zerrissen werden, ist für alle Uebrigen übel, für den Schuster aber gut. In den Wettkämpfen also, den gymnastischen, musischen und kriegerischen, (z. B.) sofort bei dem nackten Kampfspiel, ist der Sieg für den siegenden Wettkämpfer gut, für den Besiegten aber übel. Und so (verhält es sich) auch mit den Ringern und Faustkämpfern und mit allen übrigen musischen Kämpfern; sofort z. B. ist das Citherspiel für den Siegenden gut, für die Besiegten übel. Auch im Kriege, um das Neueste zuerst zu erwähnen, ist der Sieg der Lacedämonier, mit welchem sie die Athener und die Bundesgenossen besiegten, für die Lacedämonier gut, für die Athener aber und die Bundesgenossen übel; und der Sieg, den die Hellenen über die Perser davontrugen, für die Hellenen gut, für die Barbaren aber übel. Also Ilion’s Eroberung für die Achäer gut, für die Troer aber übel. Ebenso auch die Leiden der Thebaner und der Argiver und die Schlacht der Centauren und Lapithen für die Lapithen gut, für die Centauren aber übel. Und wahrhaftig, so war auch zwischen den Göttern und Giganten die sogenannte Schlacht und der Sieg für die Götter gut, für die Giganten aber übel.

Eine andere Rede aber geht, es sei etwas Anderes das Gute und etwas Anderes das Ueble, verschieden wie dem Namen, so auch der Sache nach. Ich setze nun auch dies in folgender Weise auseinander; denn ich glaube, es sei nicht klar, was gut und was übel ist, wenn jedes von beiden dasselbe und nicht etwas Anderes wäre; ja, das wäre auch erstaunlich. Ich glaube nun, er hätte nichts zu antworten, wenn man ihn, der dies behauptet, fragen wollte: Sage mir doch, hast Du Deinen Eltern schon etwas Gutes erwiesen? Er würde wohl erwidern, gewiss, viel und Bedeutendes. Also bist Du diesen viel und bedeutendes Uebel schuldig, wenn das Gute mit dem Ueblen dasselbe ist. Wie aber, hast Du Deinen Verwandten schon Gutes erwiesen? Den Verwandten also thatest Du Uebles. Wie aber, Deinen Feinden hast Du schon Uebles zugefügt? Ja viel und Bedeutendes. Also hast Du ihnen Gutes erwiesen. Wohlan, antworte mir nun auch hierauf: bemitleidest Du die Bettler, weil sie viele und bedeutende Uebel zu erleiden haben, und preisest Du wiederum die Reichen selig, weil es ihnen in vielen und bedeutenden Stücken gut geht, wenn Uebel und Gut einerlei ist? Es steht nichts im Wege, dass der grosse König mit den Bettlern zusammenfalle, denn die vielen bedeutenden Güter sind ihm ja viele und bedeutende Uebel, wenn Gutes und Uebel einerlei ist. Dies soll nun vom Allgemeinen gesagt sein.

Ich will auch auf das Einzelne eingehen, indem ich vom Essen, Trinken und den Liebesgenüssen anfange. Denn dies ist (wäre) für die, welche zu schwach sind, um sich dergleichen zu erlauben, gut, wenn gut und übel einerlei ist; und für die Kranken ist (wäre) das Kranksein sowohl übel als gut, wenn gut und übel einerlei ist. Und dasselbe gilt auch von allem oben Gesagten. Und ich erkläre nicht, was das Gute ist, sondern ich versuche blos zu lehren, dass nicht wohl einerlei sein möchte übel und gut, sondern Jedes von dem Anderen verschieden.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 1.3 the German joins the excess/doctors examples and does not separately give Diels’s seller-profit and illness clauses. At 1.6 it describes the athletic example as naked competition. At 1.12 the direction of benefit between parents and children differs; the Diels-supplied response at 1.13 is absent. At 1.14 the German expressly says rich men. At 1.16 the later supplied clause about doing bad and again is absent

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224 Published translation ↗

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  • German · Gustav Teichmüller. Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224. Default reading. The translation follows a different historical text; see the source notes. Published translation ↗ Paired original ↗

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Available translations: German

Περὶ καλοῦ καὶ αἰσχροῦ.

(1) λέγονται δὲ καὶ περὶ τῶ καλῶ καὶ 〈τῶ〉 αἰσχρῶ δισσοὶ λόγοι. τοὶ μὲν γάρ φαντι, ἄλλο μὲν ἦμεν τὸ καλόν, ἄλλο δὲ τὸ αἰσχρόν, διαφέρον, ὥσπερ καὶ τὤνυμα, οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα· τοὶ δὲ τωὐτὸ καλὸν καὶ αἰσχρόν.

(2) κἀγὼ πειρασεῦμαι, τόνδε τὸν τρόπον ἐξαγεύμενος. αὐτίκα γὰρ παιδὶ ὡραίωι ἐραστᾶι μὲν [χρηστῶι] χαρίζεσθαι καλόν, μὴ ἐραστᾶι δὲ [καλῶι] αἰσχρόν.

(3) καὶ τὰς γυναῖκας λοῦσθαι ἔνδοι καλόν, ἐν παλαίστραι δὲ αἰσχρόν (ἀλλὰ τοῖς ἀνδράσιν ἐν παλαίστραι καὶ ἐν γυμνασίωι καλόν).

(4) καὶ συνίμεν τῶι ἀνδρὶ ἐν ἁσυχίαι μὲν καλόν, ὅπου τοίχοις κρυφθήσεται· ἔξω δὲ αἰσχρόν, ὅπου τις ὄψεται.

(5) καὶ τῶι μὲν αὐτᾶς συνίμεν ἀνδρὶ καλόν, ἀλλοτρίωι δὲ αἴσχιστον· καὶ τῶι γ’ ἀνδρὶ τᾶι μὲν ἑαυτῶ γυναικὶ συνίμεν καλόν, ἀλλοτρίαι δὲ αἰσχρόν.

(6) καὶ κοσμεῖσθαι καὶ ψιμυθίωι χρίεσθαι καὶ χρυσία περιάπτεσθαι, τῶι μὲν ἀνδρὶ αἰσχρόν, τᾶι δὲ γυναικὶ καλόν.

(7) καὶ τὼς μὲν φίλως εὖ ποιὲν καλόν, τὼς δὲ ἐχθρὼς αἰσχρόν. καὶ τὼς μὲν πολεμίως φεύγεν αἰσχρόν, τὼς δὲ ἐν σταδίωι ἀνταγωνιστὰς καλόν.

(8) καὶ τὼς μὲν φίλως καὶ τὼς πολίτας φονεύεν αἰσχρόν, τὼς δὲ πολεμίως καλόν. καὶ τάδε μὲν περὶ πάντων.

(9) εἶμι δ’ 〈ἐφ’〉 ἃ ταὶ πόλιες· [τε] αἰσχρὰ ἅγηνται καὶ τὰ ἔθνεα. αὐτίκα Λακεδαιμονίοις τὰς κόρας γυμνάζεσθαι 〈καὶ〉 ἀχειριδώτως καὶ ἀχίτωνας παρέρπεν καλόν· Ἴωσι δὲ αἰσχρόν.

(10) καὶ 〈 τοῖς μὲν〉 τὼς παῖδας μὴ μανθάνειν μωσικὰ καὶ γράμματα καλόν· Ἴωσι δ’ αἰσχρὸν μὴ ἐπίστασθαι ταῦτα πάντα.

(11) Θεσσαλοῖσι δὲ καλὸν τὼς ἵππως ἐκ τὰς ἀγέλας λαβόντι αὐτῶι δαμάσαι καὶ τὼς ὀρέας· βῶν τε λαβόντι αὐτῶι σφάξαι καὶ ἐκδεῖραι καὶ κατακόψαι, ἐν Σικελίαι δὲ αἰσχρὸν καὶ δώλων ἔργα.

(12) Μακεδόσι δὲ καλὸν δοκεῖ ἦμεν τὰς κόρας, πρὶν [ἀνδρὶ] γάμασθαι, ἐρᾶσθαι καὶ ἀνδρὶ συγγίνεσθαι, ἐπεὶ δέ κα γάμηται, αἰσχρόν· Ἕλλασι δ’ ἄμφω αἰσχρόν.

(13) τοῖς δὲ Θραιξὶ κόσμος τὰς κόρας στίζεσθαι· τοῖς δ’ ἄλλοις τιμωρία τὰ στίγματα τοῖς ἀδικέοντι. τοὶ δὲ Σκύθαι καλὸν νομίζοντι, ὅς 〈κ’〉 ἄνδρα κατακανὼν ἐκδείρας τὰν κεφαλὰν τὸ μὲν κόμιον πρὸ τοῦ ἵππου φορῆι, τὸ δ’ ὀστέον χρυσώσας 〈ἢ〉 καὶ ἀργυρώσας πίνηι ἐξ αὐτοῦ καὶ σπένδηι τοῖς θεοῖς· ἐν δὲ τοῖς Ἕλλασιν οὐδέ κ’ ἐς τὰν αὐτὰν οἰκίαν συνεισελθεῖν βούλοιτό τις τῶι ταῦτα ποιήσαντι.

(14) Μασσαγέται δὲ τὼς γονέας κατακόψαντες κατέσθοντι, καὶ τάφος κάλλιστος δοκεῖ ἦμεν ἐν τοῖς τέκνοις τεθάφθαι· ἐν δὲ τᾶι Ἑλλάδι αἴ τις ταῦτα ποιήσαι, ἐξελαθεὶς [ἐκ τῆς Ἑλλάδος] κακῶς κα ἀποθάνοι ὡς αἰσχρὰ καὶ δεινὰ ποιέων.

(15) τοὶ δὲ Πέρσαι κοσμεῖσθαι [τε] ὥσπερ τὰς γυναῖκας καὶ τὼς ἄνδρας καλὸν νομίζοντι, καὶ τᾶι θυγατρὶ καὶ τᾶι ματρὶ καὶ τᾶι ἀδελφᾶι συνίμεν· τοὶ δὲ Ἕλλανες καὶ αἰσχρὰ καὶ παράνομα.

(16) Λυδοῖς τοίνυν τὰς κόρας πορνευθείσας καὶ ἀργύριον ἐνεργάσασθαι καὶ οὕτως γάμασθαι καλὸν δοκεῖ ἦμεν, ἐν δὲ τοῖς Ἕλλασιν οὐδείς κα θέλοι γᾶμαι.

(17) Αἰγύπτιοί τε οὐ ταὐτὰ νομίζοντι καλὰ τοῖς ἄλλοις· τῆιδε μὲν γὰρ γυναῖκας ὑφαίνειν καὶ 〈ἔρια〉 ἐργάζεσθαι καλόν, ἀλλὰ τηνεῖ τὼς ἄνδρας, τὰς δὲ γυναῖκας πράσσεν, ἅπερ τῆιδε τοὶ ἄνδρες. τὸν παλὸν δεύειν ταῖς χερσί, τὸν δὲ σῖτον τοῖς ποσί, τήνοις καλὸν, ἀλλ’ ἁμὶν τὸ ἐναντίον.

(18) οἶμαι δ’, αἴ τις τὰ αἰσχρὰ ἐς ἓν κελεύοι συνενεῖκαι πάντας ἀνθρώπως, ἃ ἕκαστοι νομίζοντι, καὶ πάλιν ἐξ ἀθρόων τούτων τὰ καλὰ λαβέν, ἃ ἕκαστοι ἅγηνται, οὐδὲ ἓν 〈κα〉 καλλειφθῆμεν, ἀλλὰ πάντας πάντα διαλαβέν. οὐ γὰρ πάντες ταὐτὰ νομίζοντι.

(19) παρεξοῦμαι δὲ καὶ ποίημά τι [TGF. (844) adesp. (26) ] καὶ γὰρ τὸν ἄλλον ὦδε θνητοῖσιν νόμον ὄψηι διαιρῶν· οὐδὲν ἦν πάντηι καλόν, οὐδ’ αἰσχρόν, ἀλλὰ ταὔτ’ ἐποίησεν λαβών ὁ καιρὸς αἰσχρὰ καὶ διαλλάξας καλά.

(20) ὡς δὲ τὸ σύνολον εἶπαι, πάντα καιρῶι μὲν καλα ἐντι, [ἐν] ἀκαιρίαι δ’ αἰσχρά. τί ὦν διεπραξάμην; ἔφαν ἀποδείξειν ταὐτὰ αἰσχρὰ καὶ καλὰ ἐόντα, καὶ ἀπέδειξα ἐν τούτοις πᾶσι.

(21) λέγεται δὲ καὶ περὶ τῶ αἰσχρῶ καὶ 〈τῶ〉 καλῶ, ὡς ἄλλο ἑκάτερον εἴη. ἐπεὶ αἴ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς τὸ αὐτὸ πρᾶγμα αἰσχρὸν καὶ καλόν ἐστιν, αἴ ποκά τι αὐτοῖς καλὸν ἔργασται, 〈καὶ〉 αἰσχρὸν ὁμολογησοῦντι, αἴπερ τωὐτὸν καὶ τὸ αἰσχρὸν καὶ τὸ καλόν.

(22) καὶ αἴ τινά γα καλὸν οἴδαντι ἄνδρα, τοῦτον καὶ αἰσχρὸν τὸν αὐτόν· καὶ αἴ τινά γα λευκόν, καὶ μέλανα τοῦτον τὸν αὐτόν. καὶ καλόν γ’ ἐστὶ τὼς θεὼς σέβεσθαι, καὶ αἰσχρὸν αὖ τὼς θεὼς σέβεσθαι, αἴπερ τωὐτὸν αἰσχρὸν καὶ καλόν ἐστι.

(23) καὶ τάδε μὲν περὶ ἁπάντων εἰρήσθω μοι· τρέψομαι δὲ ἐπὶ τὸν λόγον αὐτῶν, ὃν λέγοντι.

(21) αἰ γὰρ τὰν γυναῖκα καλόν ἐστι κοσμεῖσθαι, τὰν γυναῖκα 〈καὶ〉 αἰσχρὸν κοσμεῖσθαι, αἴπερ τωὐτὸν αἰσχρὸν καὶ καλόν· καὶ τἆλλα κατὰ τωὐτόν.

(25) ἐν Λακεδαίμονί ἐστι καλὸν τὰς παῖδας γυμνάζεσθαι, ἐν Λακεδαίμονί ἐστιν αἰσχρὸν τὰς παῖδας γυμνάζεσθαι, καὶ τἆλλα οὕτως.

(26) λέγοντι δέ, ὡς αἴ τινες τὰ αἰσχρὰ ἐκ τῶν ἐθνέων πάντοθεν συνενείκαιεν, ἔπειτα συγκαλέσαντες κελεύοιεν, ἅ τις καλὰ νομίζοι, λαμβάνεν, πάντα κα ἐν καλῶι ἀπενειχθῆμεν· ἐγὼ θαυμάζω, αἰ τὰ αἰσχρὰ συνενεχθέντα καλὰ ἐσεῖται, καὶ οὐχ οἱάπερ ἦνθεν.

(27) αἰ γοῦν ἵππως ἢ βῶς ἢ ὄϊς ἢ ἀνθρώπως ἄγαγον, οὐκ ἄλλο τί κα ἀπᾶγον· ἐπεὶ οὐδ’ αἰ χρυσὸν ἤνεικαν, χαλκόν [ἀπήνεικαν], οὐδ’ αἰ ἄργυρον ἤνεικαν, μόλιβδόν κα ἀπέφερον.

(28) ἀντὶ δ’ ἄρα τῶν αἰσχρῶν καλὰ ἀπάγοντι; φέρε δή, αἰ ἄρα τις αἰσχρὸν 〈ἄνδρα〉 ἄγαγε τοῦτον δ’ αὖ κα καλὸν ἀπᾶγε; ποιητὰς δὲ μάρτυρας ἐπάγονται, 〈οἳ〉 ποτὶ ἁδονάν, οὐ ποτ’ ἀλάθειαν ποιεῦντι.

Es werden auch über das sittlich Schöne und Hässliche doppelte Reden gehalten. Denn die Einen sagen, es sei etwas Anderes das Schöne, etwas Anderes das Hässliche, verschieden, wie dem Namen, so auch der Sache nach; die Anderen aber erklären Schön und Hässlich für einerlei.

Auch ich werde mich auf folgende Weise in der Erklärung versuchen. Sofort nämlich steht es einem blühenden Knaben schön an, einem tugendhaften Liebhaber zu willfahren; ist der Liebhaber aber nicht sittlich gut, so ist es hässlich. Und dass sich die Weiber im Hause waschen, ist schön; in der Ringschule aber hässlich; den Männern aber steht es in der Ringschule und im Gymnasium schön an. Und eheliche Gemeinschaft mit dem Manne zu haben in ruhiger Sicherheit, von den Wänden gedeckt, das ist sittlich schön; draussen aber ist es hässlich, wo es Jemand sehen könnte. Und mit ihrem eigenen Manne umzugehen ist schön, mit einem fremden aber höchst widerlich. Und für den Mann ist es schön, mit seiner eigenen Frau umzugehen; mit einer fremden aber hässlich. Und sich zu putzen und zu schminken und goldene Zierrathen umzuhängen, ist für den Mann hässlich, für das Weib aber schön. Und den Freunden wohlzuthun, ist schön; den Feinden aber schändlich. Und vor den Feinden zu fliehen ist schändlich; vor dem Gegner aber in der Rennbahn zu laufen, schön. Und die Freunde und Mitbürger umzubringen ist schändlich, die Feinde aber schön.

Und dies nun im Allgemeinen. Ich will aber jetzt zu Dem übergehen, was die Staaten und Völker für sittlich verwerflich erklärt haben. Gleich bei den Lacedämoniern gilt es für geziemend, dass die Mädchen ohne Aermel turnen und ohne Leibrock auftreten; bei den Joniern aber ist es gegen die Sitte. Und dass die Kinder nicht Musik und Lesen und Schreiben lernen, gilt für anständig; bei den Joniern aber ist es unanständig, alles dieses nicht zu verstehen. Bei den Thessaliern ist es anständig, die Pferde aus der Heerde zu holen, sie zu bändigen, und auch die Maulesel; ebenso die Ochsen zu holen, sie zu schlachten, abzuhäuten und in Stücke zu zerlegen; in Sicilien aber ist dies schimpflich und Sclavenarbeit. Den Macedoniern gilt es für geziemend, dass die Mädchen, ehe sie mit einem Manne verheirathet werden, der Liebe pflegen und mit einem Manne zu thun haben; nach der Ehe aber gilt solches für schändlich; bei den Hellenen aber gilt beides für schändlich. Bei den Thraciern ist es ein Schmuck, wenn die Mädchen sich tätowiren lassen. Bei den Skythen gilt es für ehrenvoll, wenn man einen Mann getödtet hat, die Kopfhaut abzuziehen und den Skalp vor dem Pferde zu tragen, den Schädel aber in Gold und Silber zu fassen, daraus zu trinken und den Göttern zu spenden: bei den Hellenen aber möchte einer mit dem, der solches that, nicht einmal in demselben Hause zusammentreffen. Die Massageten schlachten ihre Eltern und essen sie auf, und es scheint ihnen das schönste Grab zu sein, wenn sie in ihren Kindern begraben sind; wollte einer das aber in Hellas thun, so würde er aus Hellas vertrieben werden und schlimm zu Grunde gehen, als habe er Schändliches und Schreckliches gethan. Die Perser halten es für schön, sich zu putzen; wie die Weiber, so die Männer; auch mit der Tochter, der Mutter und der Schwester geschlechtlichen Umgang zu haben; die Hellenen aber halten dies für schändlich und ungesetzlich. Den Lydern scheint es recht zu sein, dass die Mädchen erst als Huren Geld verdienen und dann heirathen; bei den Hellenen möchte Niemand eine solche freien. Die Aegypter auch halten nicht dasselbe für recht, wie die übrigen. Denn hier weben und spinnen die Weiber, aber dort die Männer, während die Weiber die Geschäfte führen, was hier die Männer thun. Den Lehm mit den Händen, den Brodteig mit den Füssen zu kneten, gilt ihnen für schicklich; aber bei uns umgekehrt. Und ich glaube, dass wenn alle Menschen das sittlich Schöne auf einen Haufen zusammentragen sollten, was ein Jeder dafür hält, und wieder aus dem Haufen das sittlich Hässliche, was Jeder dafür hält, wegnehmen, so würde Nichts übrig gelassen werden; sondern Alle würden Alles unter sich vertheilen. Denn nicht bei Allen gilt dasselbige für schön. Ich werde aber auch ein paar Verse anführen:

„Denn auch wenn Du die übrigen Gebräuche der Sterblichen
Prüfest, wirst Du nichts finden, was in jeder Beziehung schön
Oder hässlich wäre; vielmehr lassen die gegebenen Umstände
Jegliches bald hässlich, bald im Wechsel wieder schön erscheinen.“

Um das Gesagte zusammenzufassen, so ist Alles zur rechten Zeit schön, zur Unzeit aber hässlich. Was habe ich nun ausgerichtet? Ich versprach zu beweisen, es sei das Hässliche und Schöne einerlei und ich habe es in allen diesen Stücken bewiesen.

Es wird aber auch vom Sittlich-Hässlichen und Schönen behauptet, dass Jedes von dem Andern verschieden wäre; denn wenn einer Diejenigen, welche hässlich und schön für einerlei erklären, fragte, ob von ihnen wohl schon einmal eine schöne Handlung vollbracht wäre, so werden sie die Hässlichkeit derselben einräumen müssen, wenn schön und hässlich einerlei ist. Und wenn sie einen schönen Mann kennen, dass dieser selbige auch hässlich sei; und wenn einen weissen, dass derselbige auch schwarz sei. Und es ist gewiss schön, die Götter zu scheuen, und folglich hässlich, die Götter zu scheuen, wenn ja einerlei ist schön und hässlich. Und dies will ich nun so im Ganzen ausgemacht haben.

Ich werde mich jetzt zu dem Grunde wenden, den sie angeben. (Denn wenn es schön ist, dass das Weib sich schmückt, so ist es hässlich, dass das Weib sich schmückt, wenn ja hässlich und schön einerlei ist, und das Uebrige ebenso. In Lacedämon gilt es für schön, dass die Mädchen Gymnastik treiben, in Lacedämon gilt es für hässlich, dass die Mädchen Gymnastik treiben und das Uebrige ebenso. Sie geben nämlich an, dass, wenn Einige das Sittlich-Hässliche von allen Seiten von den Völkern zusammengetragen hätten und dann die Menschen zusammenriefen und sie hiessen, was einer für schön hielte, zu nehmen, dass dann wohl Alles als schön weggetragen werden würde. Ich wundere mich, wie das Hässliche, welches zusammengetragen ist, schön sein soll und nicht so wie es gekommen ist. Wenigstens wenn sie Pferde oder Ochsen oder Schafe oder Menschen brächten, so würden sie wohl auch nichts Anderes wegbringen, und wenn sie Gold gebracht hätten, würden sie nicht Kupfer wegbringen, und wenn sie Silber gebracht hätten, würden sie nicht Blei wegbringen. Also statt des Hässlichen führen sie das Schöne weg. Sieh’ doch, wenn einer also einen hässlichen Mann wegführte, so führte er diesen als schönen weg? Dichter aber führen sie als Zeugen an, die doch nach dem Beifall, nicht nach der Wahrheit dichten.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek View original source ↗

Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 2.2 the historical German retains moral adjectives bracketed by Diels and uses a bad-lover reading. At 2.13 the tattooing-as-punishment counterexample is absent; Teichmüller’s footnote acknowledges the textual difficulty. At 2.18 his heap consists of beautiful things from which ugly things are removed, whereas Diels prints the reverse. At 2.28 the leading-away wording follows his older text. The opening parenthesis in the paragraph beginning “Denn wenn es schön ist” is unclosed in the printed passage; it is retained rather than silently emended

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224 Published translation ↗

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  • German · Gustav Teichmüller. Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224. Default reading. The translation follows a different historical text; see the source notes. Published translation ↗ Paired original ↗

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Περὶ δικαίου καὶ ἀδίκου.

(1) δισσοὶ δὲ λόγοι λέγονται καὶ περὶ τῶ δικαίω καὶ τῶ ἀδίκω. καὶ τοὶ μὲν ἄλλο ἦμεν τὸ δίκαιον, ἄλλο δὲ τὸ ἄδικον· τοὶ δὲ τωὐτὸ δίκαιον καὶ ἄδικον· καὶ ἐγὼ τούτωι πειρασοῦμαι τιμωρέν.

(2) καὶ πρῶτον μὲν ψεύδεσθαι ὡς δίκαιόν ἐστι λεξῶ καὶ ἐξαπατᾶν. τὼς μὲν πολεμίως ταῦτα ποιὲν 〈καλὸν καὶ δίκαιον, τὼς δὲ φίλως〉 αἰσχρὸν καὶ πονηρὸν ἂν ἐξείποιεν· 〈πῶς δέ τὼς πολεμίως,〉 τὼς δὲ φιλτάτως οὔ; αὐτίκα τὼς γονέας· αἰ γὰρ δέοι τὸν πατέρα ἢ τὰν ματέρα φάρμακον πιὲν ἢ φαγέν, καὶ μὴ θέλοι, οὐ δίκαιόν ἐστι καὶ ἐν τῶι ῥοφήματι καὶ ἐν τῶι ποτῶι δόμεν καὶ μὴ φάμεν ἐνῆμεν;

(3) οὐκῶν 〈δίκαιον〉 ἤδη ψεύδεσθαι καὶ ἐξαπατᾶν τὼς γονέας. καὶ κλέπτεν μὰν τὰ τῶν φίλων καὶ βιῆσθαι τὼς φιλτάτως δίκαιον.

(4) αὐτίκα αἴ τις λυπηθείς τι τῶν οἰκηΐων καὶ ἀχθεσθεὶς μέλλοι αὐτὸν διαφθείρεν ἢ ξίφει ἢ σχοινίωι ἢ ἄλλωι τινί, δίκαιόν ἐστι ταῦτα κλέψαι, αἰ δύναιτο, αἰ δὲ ὑστερίξαι καὶ ἔχοντα καταλάβοι, ἀφελέσθαι βίαι;

(5) ἀνδραποδίξασθαι δὲ πῶς οὐ δίκαιον τὼς πολεμίως 〈καὶ〉 αἴ τις δύναιτο ἑλὼν πόλιν ὅλαν ἀποδόσθαι; τοιχωρυχὲν δὲ τὰ τῶν πολιτῶν κοινὰ οἰκήματα δίκαιον φαίνεται. αἰ γὰρ ὁ πατὴρ ἐπὶ θανάτωι, κατεστασιασμένος ὑπὸ τῶν ἐχθρῶν, δεδεμένος εἴη, ἆρα οὐ δίκαιον διορύξαντα κλέψαι καὶ σῶσαι τὸν πατέρα;

(6) ἐπιορκὲν δέ· αἴ τις ὑπὸ τῶν πολεμίων λαφθεὶς ὑποδέξαιτο ὀμνύων ἧ μὰν ἀφεθεὶς τὰν πόλιν προδώσεν, ἆρα οὗτος δίκαιά 〈κα〉 ποιήσαι εὐορκήσας;

(7) ἐγὼ μὲν [γὰρ] οὐ δοκῶ· ἀλλὰ μᾶλλον τὰν πόλιν καὶ τὼς φίλως καὶ τὰ ἱερὰ σώσαι 〈κα τὰ〉 πατρώϊα ἐπιορκήσας. ἤδη ἄρα δίκαιον καὶ τὸ ἐπιορκεῖν. καὶ τὸ ἱεροσυλέν·

(8) τὰ μὲν ἴδια τῶν πόλεων ἐῶ· τὰ δὲ κοινὰ τᾶς Ἑλλάδος, τὰ ἐκ Δελφῶν καὶ τὰ ἐξ Ὀλυμπίας, μέλλοντος τῶ βαρβάρω τὰν Ἑλλάδα λαβεῖν καὶ τᾶς σωτηρίας ἐν χρήμασιν ἐούσας, οὐ δίκαιον λαβὲν καὶ χρῆσθαι ἐς τὸν πόλεμον;

(9) φονεύεν δὲ τὼς φιλτάτως δίκαιον· ἐπεὶ καὶ Ὀρέστας καὶ Ἀλκμαίων· καὶ ὁ θεὸς ἔχρησε δίκαια αὐτὼς ποιῆσαι.

(10) ἐπὶ δὲ τὰς τέχνας τρέψομαι καὶ τὰ τῶν ποιητῶν. ἐν γὰρ τραγωιδοποιίαι καὶ ζωγραφίαι ὅστις 〈κα〉 πλεῖστα ἐξαπατῆι ὅμοια τοῖς ἀληθινοῖς ποιέων, οὗτος ἄριστος.

(11) θέλω δὲ καὶ ποιημάτων παλαιοτέρων μαρτύριον ἐπαγαγέσθαι. Κλεοβουλίνης [fr. (2) p. (47) Crus. ] ἄνδρ’ εἶδον κλέπτοντα καὶ ἐξαπατῶντα βιαίως, καὶ τὸ βίαι ῥέξαι τοῦτο δικαιότατον.

(12) ἐν πάλαι ταῦτα· Αἰσχύλου δὲ ταῦτα [fr. (301). (302) ] ἀπάτης δικαίας οὐκ ἀποστατεῖ θεός. 〈καί·〉 ψευδῶν δὲ καιρὸν ἔσθ’ ὅπου τιμᾶι θεός.

(13) λέγεται δὲ καὶ τῶιδε ἀντίος λόγος, ὡς ἄλλο τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικόν ἐστιν, διαφέρον ὥσπερ καὶ τὤνυμα; οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα· ἐπεὶ αἴ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς τὸ αὐτό ἐστιν ἄδικον καὶ δίκαιον, αἰ ἤδη τι δίκαιον περὶ τὼς γονέας ἔπραξαν, ὁμολογησοῦντι. καὶ ἄδικον ἄρα. τὸ γὰρ αὐτὸ ἄδικον καὶ δίκαιον ὁμολογέοντι ἦμεν.

(14) φέρε ἄλλο δή· αἴ τινα γινώσκεις δίκαιον ἄνδρα, καὶ ἄδικον ἄρα τὸν αὐτόν, καὶ μέγαν τοίνυν καὶ μικρὸν κατὰ τωὐτὸν. καί τοι 〈ὁ〉 πολλὰ ἀδικήσας ἀποθανέτω 〈καὶ πολλὰ καὶ δίκαια δια〉πραξάμενος.

(15) καὶ περὶ μὲν τούτων ἅλις. εἶμι δὲ ἐφ’ ἃ λέγοντες ἀξιόοντι τὸ αὐτὸ καὶ δίκαιον καὶ ἄδικον ἀποδεικνύεν

(16) τὸ γὰρ κλέπτεν τὰ τῶν πολεμίων δίκαιον, καὶ ἄδικόν 〈κ’〉 ἀπεδείκνυεν τοῦτο τωὐτό, αἱ κ’ ἀληθὴς 〈ἧς〉 ὁ τήνων λόγος, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(17) τέχνας δὲ ἐπάγονται, ἐν αἷς οὐκ ἔστι τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικον. καὶ τοὶ ποιηταὶ οὔ [το] ποτ’ ἀλάθειαν, ἀλλὰ ποτὶ τὰς ἁδονὰς τῶν ἀνθρώπων τὰ ποιήματα ποιέοντι.

Doppelte Reden werden auch über das Gerechte und Ungerechte geführt. Und die einen: es sei etwas Anderes das Gerechte, etwas Anderes das Ungerechte; die Anderen: es sei einerlei gerecht oder ungerecht; und ich werde diesem letzteren versuchen beizustehen.

Und erstens werde ich sagen, dass das Lügen und Betrügen gerecht ist. Mit den Feinden freilich so zu verfahren, das würden sie für hässlich und schlecht erklären; mit den Liebsten aber nicht, z. B. gleich mit den Eltern. Denn wenn der Vater oder die Mutter ein Heilmittel hinunterschlucken müsste und nicht wollte, ist es dann nicht recht, es in den Brei oder in den Trank zu thun und nicht zu sagen, dass es darin sei? Also ist es nun recht, die Eltern zu belügen und zu betrügen, und gewiss auch was den Freunden gehört zu stehlen und den liebsten Personen Gewalt anzuthun. Z. B. gleich, wenn ein der Familie Angehöriger in Schmerz und Betrübniss über etwas sich das Leben nehmen wollte entweder mit einem Schwerte oder Stricke oder etwas Anderem, ist es da nicht recht, diese Dinge zu stehlen, wenn man kann, wenn man aber zu spät kommt und ihn schon im Besitz dieser Mittel findet, sie ihm mit Gewalt wegzunehmen? Wie sollte es ferner nicht gerecht sein, die Feinde zu Sclaven zu machen, wenn man eine ganze Stadt erobern und sie in die Sclaverei verkaufen könnte. Die Wände bei den öffentlichen Gebäuden der Stadt zu durchbrechen, ist offenbar gerecht. Denn wenn unser Vater, von der feindlichen Partei überwältigt, gefangen gehalten wird, um die Hinrichtung zu erwarten, ist es dann nicht gerecht, einzubrechen und seinen Vater herauszustehlen und zu erretten? Aber der Meineid? Wenn Einer, von den Feinden gefangen, eidlich verspräche, er würde wahrhaftig, losgelassen, die Stadt verrathen, würde dieser dann recht thun, wenn er seinem Eide treu bliebe? Ich wenigstens glaube das nicht; sondern vielmehr, wenn er die Stadt und die Freunde und die vaterländischen Heiligthümer durch Meineid rettete. Nun ist es also gerecht, sowohl meineidig zu werden, als die Tempel zu berauben. Die privaten Schatzhäuser der Städte lasse ich aus dem Spiel; aber den gemeinsamen Schatz von Hellas, den von Delphi und Olympia, ist es nicht gerecht, wenn der Fremde Hellas einnehmen will und die Rettung in Geld besteht, diesen Schatz zu nehmen und für den Krieg zu verwenden? Auch die liebsten Angehörigen zu ermorden ist gerecht; denn auch Orestes und Alkmäon (thaten es), und der Gott verkündete, sie hätten recht gethan.

Ich werde mich zu den Künsten wenden und zwar zu den Dichtern. Denn wer in der Tragödiendichtung und Malerei am Meisten betrügt, indem er der Wirklichkeit Aehnliches bildet, der ist der Beste. Ich will auch Verse von den Aelteren als Zeugniss beibringen. Kleobuline’s (Worte bei Kratinos lauten):

Ich kannte einen Mann, der stahl und betrog mit Anwendung von Gewalt.

Auch, dass er dies gewaltsam that, war ganz gerecht.

Das war von altersher so. Vom Aeschylus ist folgendes:

Vom gerechten Truge steht der Gott nicht ab.

Eine Lüge zur rechten Zeit wird von Gott manchmal gekrönt.

Hiergegen wird nun umgekehrt gesagt, dass etwas Anderes ist das Gerechte und Ungerechte, verschieden, wie dem Namen, so auch der Sache nach; denn wenn einer die, welche die Einerleiheit von dem Ungerechten und Gerechten behaupten, früge, ob sie ihren Eltern schon, was recht ist, erwiesen haben, so gestehen sie folglich auch zu, (dass sie den Eltern) Unrecht (thaten). Denn sie gestehen ja zu, es sei einerlei Unrecht und Recht. Nun zu einem anderen Falle. Wenn man einen gerechten Mann kennt, so (kennt man) denselben also auch als ungerecht, und folglich als gross und klein in derselben Beziehung. Und wahrhaftig, weil er viel Unrecht gethan hat, so soll er sterben. Und hierüber nun genug.

Ich wende mich nun zu den Gründen, womit sie die Einerleiheit von Recht und Unrecht zu beweisen meinen. Denn (sie wollen) das Stehlen des feindlichen Eigenthums als gerecht und wieder als ungerecht erweisen, wenn jene Rede wahr sei, und das übrige ebenso. Sie führen aber Künste an, bei denen das Gerechte und Ungerechte nicht vorkommt. Und die Dichter möchten wohl auch nicht nach der Wahrheit, sondern nach dem Gefallen der Menschen ihre Verse machen.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 3.2, without Diels’s supplements, the historical German calls deceiving enemies hässlich und schlecht, giving a different logical direction. At 3.14 the later supplied closing clause about having done just deeds is absent. No Diels supplement has been newly translated

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Περὶ ἀλαθέος καὶ ψεύδεος.

(1) λέγονται δὲ καὶ περὶ τῶ ψεύδεος καὶ τῶ ἀλαθέος δισσοὶ λόγοι, ὧν ὁ μέν φατι, ἄλλον μὲν τὸν ψεύσταν ἦμεν λόγον, ἄλλον δὲ τὸν ἀλαθῆ· ὁ δὲ τὸν αὐτὸν αὖ.

(2) κἀγὼ τόνδε λέγω· πρῶτον μέν, ὅτι τοῖς αὐτοῖς ὀνόμασι λέγονται· ἔπειτα δέ, ὅταν λόγος ῥηθῆι, αἰ μὲν ὥς 〈κα〉 λέγηται ὁ λόγος, οὕτω γεγένηται, ἀλαθὴς ὁ λόγος, αἰ δὲ μὴ γεγένηται, ψευδὴς ὁ αὐτὸς λόγος.

(3) αὐτίκα κατηγορεῖ ἱεροσυλίαν τω· αἴ γ’ ἐγένετο τὦργον, ἀλαθὴς ὁ λόγος· αἰ δὲ μὴ ἐγένετο, ψεύστας. καὶ τῶ ἀπολογουμένω ὡυτὸς λόγος. καὶ τά γε δικαστήρια τὸν αὐτὸν λόγον καὶ ψεύσταν καὶ ἀλαθῆ κρίνοντι.

(4) ἔπειτα τοὶ ἑξῆς καθήμενοι αἰ λέγοιμεν μύστας εἰμί, τὸ αὐτὸ μὲν πάντες ἐροῦμεν, ἀλαθὲς δὲ μόνος ἐγώ, ἐπεὶ καὶ εἰμί.

(5) δᾶλον ὧν, ὅτι ὁ αὐτὸς λόγος, ὅταν μὲν αὐτῶι παρῆι τὸ ψεῦδος, ψεύστας ἐστίν, ὅταν δὲ τὸ ἀλαθές, ἀλαθής (ὥσπερ καὶ ἄνθρωπος τὸ αὐτό, καὶ παῖς καὶ νεανίσκος καὶ ἀνὴρ καὶ γέρων ἐστίν).

(6) λέγεται δὲ καὶ ὡς ἄλλος εἴη ὁ ψεύστας λόγος, ἄλλος δὲ ὁ ἀλαθής, διαφέρων τὤνυμα 〈ὥσπερ καὶ τὸ πρᾶγμα〉· αἰ γάρ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς ὁ αὐτὸς λόγος εἴη ψεύστας καὶ ἀλαθής, ὃν αὐτοὶ λέγοντι, πότερός ἐστιν· αἰ μὲν ψεύστας, δᾶλον ὅτι δύο εἴη· αἰ δ’ ἀλαθής [ἀποκρίναιτο], καὶ ψεύστας ὁ αὐτὸς οὗτος. καὶ ἀλαθῆ τίς ποκα εἶπεν ἢ ἐξεμαρτύρησε, καὶ ψευδῆ ἄρα τὰ αὐτὰ ταῦτα. καὶ αἴ τινα ἄνδρα ἀλαθῆ οἶδε, καὶ ψεύσταν τὸν αὐτόν.

(7) ἐκ δὲ τῶ λόγω λέγοντι ταῦτα, ὅτι γενομένω μὲν τῶ πράγματος ἀλαθῆ τὸν λόγον 〈λέγοντι〉, ἀγενήτω δὲ ψεύσταν. οὔκων διαφέρει 〈αὐτῶν τὤνυμα, ἀλλὰ τὸ πρᾶγμα.

(8) ἐρωτάσαι δὲ κά τις〉 αὖθις τὼς δικαστάς, ὅτι κρίνοντι (οὐ γὰρ πάρεντι τοῖς πράγμασιν)

(9) ὁμολογέοντι δὲ καὶ αὐτοί, ὧι μὲν τὸ ψεῦδος ἀναμέμεικται, ψεύσταν ἦμεν, ὦ δὲ τὸ ἀλαθές, ἀλαθῆ. τοῦτο δὲ ὅλον διαφέρει . . . .

Es werden auch über das Falsche und die Wahrheit doppelte Reden geführt; von diesen nun sagt die eine, es sei etwas Anderes die falsche Rede und etwas Anderes die wahre; die Anderen aber (sagen), es sei dasselbe. Wiederum bin auch ich für diese Meinung.

Erstlich, weil sie sich derselben Worte bedienen; dann aber, wenn eine Rede gehalten ist, so ist die Rede, wenn es so geschah, wie die Rede besagt, wahr; wenn es aber nicht so geschah, so ist dieselbe Rede falsch. Z. B. Du beschuldigst Einen des Tempelraubes, wenn die That geschah, so ist die Rede wahr; wenn es aber nicht geschah, falsch. Und so verhält es sich auch mit der Rede des sich Vertheidigenden. Und die Gerichtshöfe erklären dieselbe Rede sowohl für falsch, als für wahr. Denn wahrhaftig, wenn wir hier der Reihe nach sitzend sprächen: ich bin Simon, so würden wir gewiss Alle dasselbe sagen, das Wahre sagte aber ich allein, denn ich bin es ja. Offenbar ist also, dass dieselbe Rede, wenn ihr das Falsche innewohnt, falsch ist; wenn aber das Wahre, wahr, wie auch dasselbige (Wort) „Mensch“ sowohl ein Kind, als einen Jüngling und einen Mann und einen Greis bedeutet.

Man sagt aber auch, dass ein Anderes sei die falsche Rede, ein Anderes die wahre, verschieden dem Namen und der Sache nach. Denn wenn einer die, welche die Einerleiheit der falschen und wahren Rede behaupten, fragte, zu welcher von beiden denn ihre eigene Rede gehörte, so ist offenbar, dass, wenn (ihre Rede für) falsch (erklärt würde), es zwei wären, wenn aber für wahr, dass dann gerade dieselbe auch für falsch durch die Antwort ausgegeben würde. Und wenn einer etwas Wahres gesagt oder als Zeuge etwas betheuert hat, so ist dieses selbige folglich auch falsch. Und wenn einer einen Mann als wahrhaft kennt, so denselbigen auch als falsch. Gemäss ihrer Erklärung ferner sagen sie dies, dass die Rede, wenn die Sache geschehen sei, wahr wäre, wenn aber nicht geschehen, falsch. Folglich liegt es wieder den Richtern daran, zu entscheiden, (was wahr und was falsch sei); denn sie sind bei dem Geschehen nicht anwesend. Sie räumen auch selber ein, falsch sei (die Rede), welcher das Falsche beigemischt wäre; welcher aber das Wahre, die sei wahr. Das ist aber ganz verschieden.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 4.4 Teichmüller prints ich bin Simon, following his conjecture, whereas Diels prints μύστας εἰμί(an initiate). At 4.7–8 Diels-supplied wording distinguishing name/deed and a new-question transition is absent. The judges passage is interpreted with liegt … daran zu entscheiden. The historical Simon reading must not be presented as the reading of the accompanying Diels Greek

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(1) ταὐτὰ τοὶ μαινόμενοι καὶ τοὶ σωφρονοῦντες καὶ τοὶ σοφοὶ καὶ τοὶ ἀμαθεῖς καὶ λέγοντι καὶ πράσσοντι.

(2) καὶ πρᾶτον μὲν ὀνομάζοντι ταὐτά, γᾶν καὶ ἄνθρωπον καὶ ἵππον καὶ πῦρ καὶ τἆλλα πάντα. καὶ ποιέοντι ταὐτά, κάθηντα καὶ ἔσθοντι καὶ πίνοντι καὶ κατάκεινται, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(3) καὶ μὰν καὶ τὸ αὐτὸ πρᾶγμα καὶ μέζον καὶ μῆιόν ἐστι καὶ πλέον καὶ ἔλασσον καὶ βαρύτερον καὶ κουφότερον. οὕτω γάρ ἐντι ταὐτὰ πάντα.

(4) τὸ τάλαντόν ἐστι βαρύτερον τῆς μνᾶς, καὶ κουφότερον τῶν δύο ταλάντων· τωὐτὸν ἄρα καὶ κουφότερον καὶ βαρύτερον. * * * [s. S. (643), (16)f. ].

(5) καὶ ζώει ὁ αὐτὸς ἄνθρωπος καὶ οὐ ζώει, καὶ ταὐτὰ ἔστι καὶ οὐκ ἔστι· τὰ γὰρ τῆιδ’ ἐόντα ἐν τᾶι Λιβύαι οὐκ ἔστιν, οὐδέ γε τὰ ἐν Λιβύαι ἐν Κύπρωι. καὶ τἆλλα κατὰ τὸν αὐτὸν λόγον. οὐκῶν καὶ ἐντὶ τὰ πράγματα καὶ οὐκ ἐντί.’

(6) τοὶ τῆνα λέγοντες, τὼς μαινομένως καὶ 〈τὼς σωφρονοῦντας καὶ〉 τὼς σοφὼς καὶ τὼς ἀμαθεῖς τωὐτὰ διαπράσσεσθαι καὶ λέγεν, καὶ τἆλλα 〈τὰ〉 ἑπόμενα τῶι λόγωι, οὐκ ὀρθῶς λέγοντι.

(7) αἰ γάρ τις αὐτὼς ἐρωτάσαι, αἰ διαφέρει μανία σωφροσύνης καὶ σοφία ἀμαθίης, φαντί [ναί].

(8) εὖ γὰρ καὶ ἐξ ὧν πράσσοντι ἑκάτεροι δᾶλοί ἐντι, ὡς ὁμολογησοῦντι. οὐκῶν αἰ ταὐτὰ πράσσοντι, καὶ τοὶ σοφοὶ μαίνονται, καὶ τοὶ μαινόμενοι σοφοί, καὶ πάντα συνταράσσονται.

(9) καὶ ἐπακτέος ὁ λόγος, πότερον ὧν ἐν δέοντι τοὶ σωφρονοῦντες λέγοντι ἢ τοὶ μαινόμενοι. ἀλλὰ γάρ φαντι, ὡς ταὐτὰ μὲν λέγοντι, ὅταν τις αὐτὼς ἐρωτῆι. ἀλλὰ τοὶ μὲν σοφοὶ ἐν τῶι δέοντι, τοὶ δὲ μαινόμενοι ἇι οὐ δεῖ·

(10) καὶ τοῦτο λέγοντες δοκοῦντι μικρὸν ποτιθῆναι 〈τὸ〉 ἇι δεῖ καὶ μὴ δεῖ, ὥστε μηκέτι τὸ αὐτὸ ἦμεν.

(11) ἐγὼ δὲ οὐ πράγματος τοσοῦτον ποτιτεθέντος ἀλλοιοῦσθαι δοκῶ τὰ πράγματα, ἀλλ’ ἁρμονίας διαλλαγείσας· ὥσπερ Γλαῦκος καὶ γλαυκός καὶ Ξάνθος καὶ ξανθός καὶ Ξοῦθος καὶ ξουθός.

(12) ταῦτα μὲν τὴν ἁρμονίαν ἀλλάξαντα διήνεικαν, τὰ δὲ μακρῶς καὶ βραχυτέρως ῥηθέντα, Τύρος καὶ τυρός, σάκος καὶ σακός, ἅτερα δὲ γράμματα διαλλάξαντα· κάρτος καὶ κρατός ὄνος καὶ νόος.

(13) ἐπεὶ ὧν οὐκ ἀφαιρεθέντος οὐδενὸς τοσοῦτον διαφέρει, τί δή, αἴ τίς τι ποτιτίθητι ἢ ἀφαιρεῖ; καὶ τοῦτο δείξω οἷόν ἐστιν.

(14) αἴ τις ἀπὸ τῶν δέκα ἓν ἀφέλοι 〈ἢ τοῖς δέκα ἓν ποτθείη〉, οὔ κ’ ἔτι δέκα οὐδὲ ἓν εἴη, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(15) τὸ δὲ τὸν αὐτὸν ἄνθρωπον καὶ ἦμεν καὶ μὴ ἦμεν, ἐρωτῶ· τὶ ἢ τὰ πάντα ἔστιν; οὐκῶν αἴ τις μὴ φαίη ἦμεν, ψεύδεται, 〈τὸ τὶ καὶ〉 τὰ πάντα εἰπὼν ταὐτά. πάντα ὧν πήι ἐστι.

Dasselbige sagen und thun die Wahnsinnigen und die Vernünftigen und die Weisen und die Unwissenden. Und erstlich nennen sie dasselbige Erde und Mensch und Pferd und alles Uebrige. Und sie thun dasselbe, sie sitzen und essen und trinken und liegen und das Uebrige in derselben Weise. Und wahrhaftig auch dasselbige Ding ist grösser und kleiner und mehr und weniger und schwerer und leichter. So nämlich wäre Alles dasselbe. Das Talent ist schwerer, als die Mine und leichter als zwei Talente: dasselbige also ist leichter und schwerer. Und es lebt derselbe Mensch und lebt nicht, und dasselbige ist und ist nicht; denn was hier ist, ist nicht in Libyen, und auch gewiss, was in Libyen ist, nicht in Cypern. Und so das Uebrige auf dieselbe Weise. Also sind die Dinge und sind nicht.

Diejenigen nun, welche sagen, die Wahnsinnigen und die Weisen und die Unwissenden thäten und sagten dasselbige, und was sonst noch aus dieser Behauptung folgt, sagen nicht die Wahrheit. 1. Denn wenn sie einer fragte, ob Wahnsinn von Vernünftigkeit verschieden sei und Weisheit von Unwissenheit, so sprechen sie: Ja. 2. Denn auch aus dem, was jeder von beiden thut, wird vollkommen offenbar, dass sie es einräumen werden. Also auch dasselbige thun sie, und die Weisen rasen, und die Rasenden sind weise, und Alles wird in Verwirrung gebracht. 3. Auch unverständlich ist die Behauptung. Wie? reden die Vernünftigen, wie es sich gebührt, oder die Wahnsinnigen? Aber sie behaupten, wenn einer sie fragt, dass beide zwar dasselbige sagen, aber die Weisen, wie es sich gebührt; die Wahnsinnigen aber, wenn es sich nicht geziemt. Und wenn sie dies sagen, scheinen sie etwas Geringfügiges hinzuzusetzen: „wenn es sich geziemt und wenn es sich nicht geziemt“; dadurch ist es dann nicht mehr dasselbige. Ich aber glaube, dass die Dinge nicht (blos), wenn eine so wichtige Bedingung hinzugesetzt wird, sich ändern, sondern (schon), wenn der Accent vertauscht wird, z. B. Γλαῦκος und γλαυκός, Ξάνθος und ξανθός, Ξοῦθος und ξουθός. Dies war nun verschieden durch Vertauschung des Accents, anders durch kürzere oder längere Silben, wie Τύρος und τυρός, σάκος und σακός; Anderes wieder durch Vertauschung von Buchstaben wie κάρτος und κράτος, ὄνος und νόος. Da dies nun, ohne dass irgend etwas weggenommen wird, so sehr verschieden ist, wie erst, wenn einer etwas hinzusetzt oder wegnimmt? Auch dieses werde ich zeigen, wie es ist. Wenn einer von Zehn eins wegnähme, würde es nicht mehr zehn und auch nicht eins sein, und das Uebrige auf dieselbige Art und Weise.

4. Was nun das anbetrifft, dass derselbe Mensch sowohl sei, als nicht sei, so frage ich: Wie? Das All ist doch? Also wenn einer zu sein leugnete, lügt er. Wenn sie das All zugeben, so sind folglich auch alle die einzelnen Dinge irgendwie.

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Περὶ τᾶς σοφίας καὶ τᾶς ἀρετᾶς, αἰ διδακτόν.

(1) λέγεται δέ τις λόγος οὔτ’ ἀλαθὴς οὔτε ἱκανός· ὅτι ἄρα σοφία καὶ ἀρετὰ οὔτε διδακτὸν εἴη οὔτε μαθητόν. τοὶ δὲ ταῦτα λέγοντες ταῖσδε ἀποδείξεσι χρῶνται·

(2) ὡς οὐχ οἷόν τε εἴη, αἴ τι ἄλλωι παραδοίης, τοῦτο αὐτὸν ἔτι ἔχειν. μία μὲν δὴ αὕτα.

(3) ἄλλα δέ, ὡς, αἱ διδακτὸν ἦν, διδάσκαλοί κα ἀποδεδεγμένοι ἦν, ὡς τᾶς μωσικᾶς.

(4) τρίτα δέ, ὡς τοὶ ἐν τᾶι Ἑλλάδι γενόμενοι σοφοὶ ἄνδρες τὰν αὐτῶν τέχναν ἐδίδαξάν κα τὼς φίλως.

(5) τετάρτα δὲ, ὅτι ἤδη τινὲς παρὰ σοφιστὰς ἐλθόντες οὐδὲν ὠφέληθεν.

(6) πέμπτα δέ, ὅτι πολλοὶ οὐ συγγενόμενοι σοφισταῖς ἄξιοι λόγω γεγένηνται.

(7) ἐγὼ δὲ κάρτα εὐήθη νομίζω τόνδε τὸν λόγον· γινώσκω γὰρ τὼς διδασκάλως γράμματα διδάσκεν, τά κα καὶ αὐτὸς ἐπιστάμενος τυγχάνηι, καὶ κιθαριστὰς κιθαρίζεν. πρὸς δὲ τὰν δευτέραν ἀπόδειξιν. ὡς ἄρα οὐκ ἐντὶ διδάσκαλοι ἀποδεδεγμένοι, τί μὰν τοὶ σοφισταὶ διδάσκοντι ἄλλ’ ἢ σοφίαν καὶ ἀρετάν;

(8) [ἢ] τί δὲ Ἀναξαγόρειοι καὶ Πυθαγόρειοι ἦεν; τὸ δὲ τρίτον, ἐδίδαξε Πολύκλειτος τὸν υἱὸν ἀνδριάντας ποιέν.

(9) καὶ αἰ μέν τις μὴ ἐδίδαξε, οὐ σαμῆιον· αἰ δ’ εἶς τις ἐδίδαξε, τεκμάριον ὅτι δυνατόν ἐστι διδάξαι.

(10) τέταρτον δέ, αἰ μή τοι παρὰ [σοφῶν] σοφιστῶν σοφοὶ γίνονται· καὶ γὰρ γράμματα πολλοὶ οὐκ ἔμαθον μαθόντες.

(11) ἔστι δέ τι καὶ φύσις, ἆι δή τις μὴ μαθὼν παρὰ σοφιστᾶν ἱκανὸς ἐγένετο, εὐφυής γα γενόμενος ῥαιδίως συναρπάξαι τὰ πολλά, ὀλίγα μαθὼν παρ’ ὧνπερ καὶ τὠνύματα μανθάνομεν· καὶ τούτων τι ἤτοι πλέον, ἤτοι ἔλασσον, ὁ μὲν παρὰ πατρός, ὁ δὲ παρὰ ματρός.

(12) αἰ δέ τωι μὴ πιστόν ἐστι τὰ ὀνύματα μανθάνειν ἁμέ, ἀλλ’ ἐπισταμένως ἅμα γίνεσθαι, γνώτω ἐκ τῶνδε· αἴ τις εὐθὺς γενόμενον παιδίον ἐς Πέρσας ἀποπέμψαι καὶ τηνεῖ τράφοι, κωφὸν Ἑλλάδος φωνᾶς, περσίζοι κα· καὶ αἴ τις τηνόθεν τῆιδε κομίξαι, ἑλλανίζοι κα. οὕτω μανθάνομεν τὰ ὀνύματα, καὶ τὼς διδασκάλως οὐκ ἴσαμες.

(13) οὕτω λέλεκταί μοι ὁ λόγος, καὶ ἔχεις ἀρχὴν καὶ τέλος καὶ μέσα· καὶ οὐ λέγω, ὡς διδακτόν ἐστιν, ἀλλ’ οὐκ ἀποχρῶντί μοι τῆναι αἱ ἀποδείξεις.

Es wird eine Behauptung aufgestellt, die weder wahr, noch richtig ist; dass also Weisheit und Tugend weder lehrbar, noch lernbar wäre. Die nun dieses behaupten, gebrauchen folgende Beweise: 1. dass es nicht möglich wäre, dasselbige, wenn man es einem Anderen übergeben hätte, ferner noch zu haben. Dies ist nun Ein Beweis. 2. Ein anderer ist, dass, wenn sie lehrbar wäre, erklärte und ausgemachte Lehrer da sein müssten, wie für die Musik.

3. Ein Dritter, dass die in Hellas aufgekommenen weisen Männer sonst ihre Kinder und Freunde unterrichtet haben würden.

4. Ein Vierter, dass schon Manche, die zu den Sophisten gingen, keinen Vortheil davon hatten. 5. Ein Fünfter, dass Viele, die mit Sophisten nicht verkehrt haben, berühmt geworden sind.

Ich aber halte diese Behauptung für ziemlich einfältig (κάρτα εὐήθη). 1. Ich kenne nämlich die Lehrer, welche Lesen und Schreiben lehren, was er auch selber versteht, und Citherspieler, (die) Citherspielen (lehren). 2. Auf den zweiten Beweis, dass es also keine erklärten Lehrer giebt, (antworte ich): was lehren denn die Sophisten, wenn nicht Weisheit oder Tugend? oder was wären die Anaxagoreer und Pythagoreer? 3. Drittens aber, es lehrte Polykleitos seinen Sohn Statuen zu machen. Und wenn einer (seine Söhne in seiner Kunst) nicht unterrichtet hat, so ist das kein Zeichen (der Unmöglichkeit); wenn das Lehren aber Thatsache ist, ist dies ein Zeichen, dass es möglich ist zu lehren. 4. Viertens, (sie sagen) dass sie nicht durch weise Sophisten weise werden. (Der Grund ist nicht stichhaltig); denn auch Lesen und Schreiben lernten Viele nicht, obgleich sie es lernten. Es giebt auch eine Art von Talent dazu. Wenn einer, ohne von Sophisten zu lernen, von genügender Begabung war und geeignet, leicht Vieles aufzufassen, nachdem er nur Weniges von denen gelernt, von denen wir auch die Sprache lernen und zwar von diesen mehr oder weniger, der Eine von seinem Vater, der Andere von seiner Mutter. Wenn es einem aber nicht glaublich dünkt, dass man (aufwachsend) zugleich die Sprache lernt, sondern, (wenn man denkt), man müsse zugleich eine wissenschaftliche Ausbildung erhalten, so erkenne er es aus Folgendem. Wenn Einer ein Kind gleich nach der Geburt nach Persien schickt und dort auferzieht, ohne dass es die Hellenische Sprache lernt, so würde es Persisch sprechen; und wenn man eins von dort hierher brächte, würde es Griechisch reden. So lernen wir die Sprache und haben doch keine Lehrer.

Nicht ich habe die Behauptung aufgestellt, und Du hast (nun in meiner Widerlegung, was Du von einer Rede verlangtest), Anfang, Ende und Mitte. Und ich behaupte nicht, dass (die Tugend) lehrbar sei, sondern dass mir jene Beweise nicht genügen.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 6.4 the German says Kinder und Freunde where Diels refers to one’s own art and friends. At 6.12 the historical interpretation uses scientific education and keine Lehrer rather than do not know the teachers. The closing Nicht ich habe formulation differs from Diels’s οὕτω λέλεκταί μοι. These are retained historical readings, not new corrections

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(1) λέγοντι δέ τινες τῶν δαμαγορούντων, ὡς χρὴ τὰς ἀρχὰς ἀπὸ κλάρω γίνεσθαι, οὐ βέλτιστα ταῦτα νομίζοντες.

(2) εἰ γάρ τις αὐτὸν ἐρωτώιη τὸν ταῦτα λέγοντα, τί δὴ σὺ τοῖς οἰκέταις οὐκ ἀπὸ κλήρω τὰ ἔργα προστάσσεις, ὅπως ὁ μὲν ζευγηλάτας, αἴ κ’ ὀψοποιὸς λάχηι, ὀψοποιῆι, ὁ δὲ ὀψοποιὸς ζευγηλατῆι, καὶ τἆλλα καττωὐτό;

(3) καὶ πῶς οὐ καὶ τὼς χαλκῆας καὶ τῶς σκυτῆας συναγαγόντες καὶ τέκτονας καὶ χρυσοχόας διεκλαρώσαμεν καὶ ἠναγκάσαμεν, ἅν χ’ ἕκαστος λάχηι τέχναν ἐργάζεσθαι, ἀλλὰ μὴ ἅν ἐπίσταται;

(4) τωὐτὸν δὲ καὶ ἐν ἀγῶσι τᾶς μωσικᾶς διακλαρῶσαι τὼς ἀγωνιστὰς καὶ ὅ τι χ’ ἕκαστος [κα] λάχηι, ἀγωνίζεσθαι· αὐλητὰς κιθαρίξει τυχὸν καὶ κιθαρωιδὸς αὐλήσει· καὶ ἐν τῶι πολέμωι [τὼς] τοξότας καὶ [τὼς] ὁπλίτας ἱππασεῖται, ὁ δὲ ἱππεὺς τοξεύσει, ὥστε πάντες ἃ οὐκ ἐπίστανται οὐδὲ δύνανται, [οὐ δὲ] πραξοῦντι.

(5) λέγοντι δὲ καὶ ἀγαθὸν ἦμεν καὶ δαμοτικὸν κάρτα· ἐγὼ ἥκιστα νομίζω δαμοτικόν. ἐντὶ γὰρ ἐν ταῖς πόλεσι μισόδαμοι ἄνθρωποι, ὧν αἴ κα τύχηι ὁ κύαμος, ἀπολοῦντι τὸν δᾶμον.

(6) ἀλλὰ χρὴ τὸν δᾶμον αὐτὸν ὁρῶντα αἱρεῖσθαι πάντας τὼς εὔνως αὐτῶι, καὶ τὼς ἐπιταδείως στραταγέν, ἁτέρως δὲ νομοφυλακὲν καὶ τἆλλα.

Es sagen einige Volksredner, dass die Aemter durch’s Loos vergeben werden müssen, indem sie hierüber nicht sehr richtig denken.

Wenn nämlich einer ihn fragte, der dies behauptet, warum trägst Du denn nicht Deinen Sclaven ihre Arbeiten nach dem Ausfall des Looses auf, dass der Kutscher koche, wenn er durch’s Loos Koch wurde, der Koch aber kutsche und das Uebrige ebenso? Und warum riefen wir nicht auch die Schmiede und die Schuster zusammen und die Zimmerleute und Goldarbeiter und verloosten und zwangen sie, die Kunst auszuüben, die Jeder erloost, und nicht die, welche er versteht? Ebenso auch bei den musischen Spielen (könnte man ja) die Wettkämpfer (Sänger, Musiker, Schauspieler) losen und, was ein Jeder gerade erloost, spielen lassen. Wer gerade ein Flötenbläser ist, der soll die Cither spielen und ein Citherspieler soll die Flöte blasen; und im Kriege wird der Bogenschütz und der Schwerbewaffnete zu Pferde sitzen, der Reiter aber mit dem Bogen schiessen, so dass Alle, was sie nicht verstehen und nicht können, auch nicht thun werden.

Sie sagen aber, es sei (die Wahl durch’s Loos) etwas Gutes und sehr Volksfreundliches.

Ich halte es für sehr wenig volksfreundlich. Es giebt ja in den Städten volksfeindliche Menschen, die, wenn sie gerade das Loos trifft, das Volk zu Grunde richten werden. Aber das Volk selbst muss zuschauen und alle ihm Wohlgesinnten wählen und die, welche (dazu) geschickt sind, kriegführen, Andere wieder über die Gesetze wachen (lassen) etc.

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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 7.4 the German retains auch nicht thun corresponding to a negative that Diels deletes[οὐδὲ]. Its final etc. corresponds to the source’s καὶ τἆλλα and is not an editorial truncation. The entire six-paragraph historical section is included

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(1) 〈τῶ αὐτῶ〉 ἀνδρὸς καὶ τᾶς αὐτᾶς τέχνας νομίζω κατὰ βραχύ τε δύνασθαι διαλέγεσθαι, καὶ 〈τὰν〉 ἀλάθειαν τῶν πραγμάτων ἐπίστασθαι, καὶ δικάζεν ἐπίστασθαι ὀρθῶς, καὶ δαμαγορεῖν οἷόν τ’ ἦμεν, καὶ λόγων τέχνας ἐπίστασθαι, καὶ περὶ φύσιος τῶν ἁπάντων ὥς τε ἔχει καὶ ὡς ἐγένετο, διδάσκεν.

(2) καὶ πρῶτον μὲν ὁ περὶ φύσιος τῶν ἁπάντων εἰδώς, πῶς οὐ δυνασεῖται περὶ πάντων ὀρθῶς καὶ 〈τὰν πόλιν διδάσκεν〉 πράσσεν;

(3) ἔτι δὲ ὁ τὰς τέχνας τῶν λόγων εἰδὼς ἐπιστασεῖται καὶ περὶ πάντων ὀρθῶς λέγεν.

(4) δεῖ γὰρ τὸν μέλλοντα ὀρθῶς λέγειν, περὶ ὧν ἐπίσταται, περὶ τούτων λέγεν. πάντ’ ὧν [γὰρ] ἐπιστασεῖται.

(5) πάντων μὲν γὰρ τῶν λόγων τὰς τέχνας ἐπίσταται, τοὶ δὲ λόγοι πάντες περὶ πάντων τῶν ἐ〈όντων ἐντί〉.

(6) δεῖ δὲ ἐπίστασθαι τὸν μέλλοντα ὀρθῶς λέγεν, περὶ ὅτων κα λέγηι, 〈τὰ πράγματα〉, καὶ τὰ μὲν ἀγαθὰ ὀρθῶς διδάσκεν τὴν πόλιν πράσσεν, τὰ δὲ κακά τως κωλύειν.

(7) εἰδὼς δὲ ταῦτα εἰδήσει καὶ τὰ ἅτερα τούτων· πάντα γὰρ ἐπιστασεῖται· ἔστι γὰρ ταὐτὰ τῶν πάντων τῆνα, 〈ὁ〉 δὲ ποτὶ τωὐτὸν τὰ δέοντα πράξει, αἰ χρή.

(8) καὶ μὲν ἐπίσταται αὐλέν, ἀὶ δυνασεῖται αὐλέν, αἴ κα δέηι τοῦτο πράσσεν.

(9) τὸν δὲ δικάζεσθαι ἐπιστάμενον δεῖ τὸ δίκαιον ἐπίστασθαι ὀρθῶς· περὶ γὰρ τοῦτο ταὶ δίκαι. εἰδὼς δὲ τοῦτο εἰδήσει καὶ τὸ ὑπεναντίον αὐτῶι και τὰ 〈τούτων〉 ἅτερα.

(10) δεῖ δὲ αὐτὸν καὶ τὼς νόμως ἐπίστασθαι πάντας· αἰ τοίνυν τὰ πράγματα μὴ ἐπιστασεῖται, οὐδὲ τὼς νόμως.

(11) τὸν γὰρ ἐν μωσικᾶι νόμον ὡυτὸς ἐπίσταται, ὅσπερ καὶ μωσικάν, ὃς δὲ μὴ μωσικάν, οὐδὲ τὸν νόμον.

(12) ὅς γα 〈μὰν〉 τὰν ἀλάθειαν τῶν πραγμάτων ἐπίσταται, εὐπετὴς ὁ λόγος, ὅτι πάντα ἐπίσταται·

(13) ὣς δὲ 〈καὶ κατὰ〉 βραχὺ 〈διαλέγεσθαι δύναται, αἴ κα〉 δέηι νιν ἐρωτώμενον ἀποκρίνεσθαι, περὶ πάντων· οὐκῶν δεῖ νιν πάντ’ ἐπίστασθαι.

Ich glaube, es ist die Sache eines Mannes, durch dieselben Künste sowohl kurz als lang zu sprechen, und die Wahrheit der Dinge zu wissen und gut zu richten und das Volk berathen zu können und die Redekünste zu kennen und über die Natur aller Dinge, wie sie sich verhalten und entstanden, zu lehren.

1. Und erstens, wer über die Natur aller Dinge Einsicht hat, wie wird der nicht auch in allen Stücken richtig handeln können? 2. Ferner, wer die Redekünste versteht, der wird auch über alle Dinge richtig sprechen können. Denn wer richtig sprechen soll, der muss über die Dinge, die er versteht, sprechen. Er wird ja Alles verstehen; denn er versteht die Künste von allen Reden; alle Reden aber beziehen sich auf Alles, was ist. Es muss aber, wer richtig reden soll, die Dinge verstehen, über die er gerade reden möchte, und die Bürgerschaft richtig lehren, das Gute zu thun und sie von dem Uebeln zurückzuhalten. Sicherlich, wenn er dies weiss, wird er auch das hiervon Verschiedene wissen; denn er wird Alles wissen; denn dieses (Gutes und Böses) gilt von allen Dingen. So wird er ebenso alles jenes, was sich gehört, thun. Man muss (z. B.), auch wenn man es nicht versteht, die Flöte blasen, wenn es zufällig einmal Pflicht ist, dies zu thun. Wer zu richten versteht, muss das Gerechte gut verstehen; denn darauf bezieht sich das Richten. Wenn er dies aber versteht, wird er auch das Entgegengesetzte davon verstehen und das Verschiedene. Er muss aber auch alle Gesetze kennen; wenn er nun die Handlungen nicht kennen sollte, dann auch nicht die Gesetze. Denn das Gesetz in der Musik versteht Einer, wenn er auch Musik versteht; wer aber nicht Musik versteht, der auch nicht ihr Gesetz. Denn wer von allen Dingen rechte Einsicht hat, der kann leicht reden, weil er Alles versteht; kurz er muss, gefragt, über alle Dinge Rede stehen. Also muss er Alles wissen.

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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 8.1 the German says kurz als lang where Diels gives brief speaking. At 8.2 the Diels supplement concerning instructing a city is absent. At 8.8 the flute example says auch wenn man es nicht versteht, whereas Diels has affirmative knowing/ability wording. The final statement about answering briefly follows Teichmüller’s older text, not Diels’s restored wording

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(1) μέγιστον δὲ καὶ κάλλιστον ἐξεύρημα εὕρηται μνάμα καὶ ἐς πάντα χρήσιμον, ἐς τὰν σοφίαν τε καὶ ἐς τὸν βίον.

(2) ἔστι δὲ τοῦτο 〈πρᾶτον〉· ἐὰν προσέχηις τὸν νοῦν, 〈τὰ〉 διὰ τούτω παρελθόντα ἁ γνώμα μᾶλλον αἰσθησεῖται.

(3) δεύτερον δὲ μελετᾶν, ἃ κα ἀκούσηις· τῶι γὰρ πολλάκις ταὐτὰ ἀκοῦσαι καὶ εἶπαι ἐς μνάμαν παρεγένετο σύνολον ὃ ἕμαθες.

(4) τρίτον ἅ κα ἀκούσηις ἐπὶ τὰ οἶδας καταθέσθαι, οἷον τόδε· δεῖ μεμνᾶσθαι Χρύσιππον, κατθέμεν ἐπὶ τὸν χρυσὸν καὶ τὸν ἵππον,

(5) ἄλλο· Πυριυλάμπη κατθέμεν ἐπὶ 〈τὸ〉 πῦρ καὶ τὸ λάμπειν. τάδε μὲν περὶ τῶν ὀνυμάτων·

(6) τὰ δὲ πράγματα οὕτως· περὶ ἀνδρείας ἐπὶ τὸν Ἄρη καὶ τὸν Ἀχιλλῆα, περὶ χαλκείας δὲ ἐπὶ τὸν Ἥφαιστον, περὶ δειλίας ἐπὶ τὸν Ἐπειόν . . .

Als grösste und schönste Erfindung für das Leben ward das Gedächtniss erfunden und als für Alles brauchbar, sowohl für die Philosophie, als für die Weisheit. 1. Dies besteht darin, dass Du aufmerksam bist. Dadurch wird der Gedanke, wenn er das Ganze, das Du lerntest, durchgeht, zu einer grösseren Klarheit kommen. 2. Zweitens aber (musst Du) aufsagen (üben), was Du gerade gehört hast; denn häufig dasselbe hören und sagen, das geht in’s Gedächtniss. 3. Drittens wenn Du etwas gehört hast, dann weisst Du es an seinem Orte niederzulegen (lociren nach mnemonischer Topik). Z. B. so: man soll „Goldpferd“ (Chrysipp) behalten; leg’ es nieder unter Gold und Pferd. Anderes Beispiel „Feuerglanz“ (Pyrilampes); leg’s nieder unter Feuer und Glänzen. So ist’s mit den Namen (ὀνόματα). Den Sachinhalt (πράγματα) aber auf folgende Weise. Ueber Tapferkeit; bei Ares und Achilleus. Ueber Erzarbeit: bei Hephaistos. Ueber Feigheit: bei Epeios.

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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 9.1 the German orders the life/philosophy/wisdom terms differently. At 9.2–3 the phrase das Ganze, das Du lerntest is grouped with attention rather than repetition. At 9.4 Teichmüller uses placing something in a mnemonic location rather than Diels’s association with something already known. Section 9 has no separate numbered heading in Teichmüller; it is the complete remaining paragraph sequence onp 224

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Diels 1922 source passages

These overlapping source passages retain the numbering of the 1922 edition. Their numbers are not modern DK references.

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Περὶ ἀγαθῶ καὶ κακῶ.

(1) δισσοὶ λόγοι λέγονται ἐν τᾶι Ἑλλάδι ὑπὸ τῶν φιλοσοφούντων περὶ τῶ ἀγαθῶ καὶ τῶ κακῶ. τοὶ μὲν γὰρ λέγοντι, ὡς ἄλλο μέν εστι τὸ ἀγαθόν, ἄλλο δὲ τὸ κακόν· τοὶ δέ, ὡς τὸ αὐτό ἐστι, καὶ τοῖς μὲν ἀγαθὸν εἴη, τοῖς δὲ κακόν, καὶ τῶι αὐτῶι ἀνθρώπωι τοτὲ μὲν ἀγαθόν, τοτὲ δὲ κακόν.

(2) ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῖσδε ποτιτίθεμαι· σκέψομαι δὲ ἐκ τῶ ἀνθρωπίνω βίω, ὧι ἐπιμελὲς βρώσιός τε καὶ πόσιος καὶ ἀφροδισίων· ταῦτα γὰρ ἀσθενοῦντι μὲν κακόν, ὑγιαίνοντι δὲ καὶ δεομένωι ἀγαθόν.

(3) καὶ ἀκρασία τοίνυν τούτων τοῖς μὲν ἀκρατέσι κακόν, τοῖς δὲ πωλεῦντι ταῦτα καὶ μισθαρνέοντι ἀγαθόν. νόσος τοίνυν τοῖς μὲν ἀσθενεῦντι κακόν, τοῖς δὲ ἰατροῖς ἀγαθόν. ὁ τοίνυν θάνατος τοῖς μὲν ἀποθανοῦσι κακόν, τοῖς δ’ ἐνταφιοπώλαις καὶ τυμβοποιοῖς ἀγαθόν.

(4) γεωργία τε καλῶς ἐξενείκασα τὼς καρπὼς τοῖς μὲν γεωργοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἐμπόροις κακόν. τὰς τοίνυν ὁλκάδας συντρίβεσθαι καὶ παραθραύεσθαι τῶι μὲν ναυκλήρωι κακόν, τοῖς δὲ ναυπαγοῖς ἀγαθόν.

(5) ἔτι 〈δὲ〉 τὸν σίδαρον κατέσθεσθαι καὶ ἀμβλύνεσθαι καὶ συντρίβεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ χαλκῆι ἀγαθόν. καὶ μὰν τὸν κέραμον παραθραύεσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τοῖς δὲ κεραμεῦσιν ἀγαθόν. τὰ δὲ ὑποδήματα κατατρίβεσθαι καὶ διαρρήγνυσθαι τοῖς μὲν ἄλλοις κακόν, τῶι δὲ σκυτῆι ἀγαθόν.

(6) ἐν τοίνυν τοῖς ἀγῶσι τοῖς γυμνικοῖς καὶ τοῖς μωσικοῖς καὶ τοῖς πολεμικοῖς· αὐτίκα ἐν τῶι γυμνικῶι τῶι σταδιοδρόμωι ἁ νίκα τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.

(7) καττωὐτὸ δὲ καὶ τῶι παλαιστᾶι καὶ πύκται καὶ τοῖς ἄλλοις ἔν τε 〈τῶι〉 μωσικῶι ἁ νίκα ἁ κιθαρωιδίας τῶι μὲν νικῶντι ἀγαθόν, τοῖς δὲ ἡσσαμένοις κακόν.

(8) ἔν τε τῶι πολέμωι (καὶ τὰ νεώτατα πρῶτον ἐρῶ) ἁ τῶν Λακεδαιμονίων νίκα, ἃν ἐνίκων Ἀθηναίως καὶ τὼς συμμάχως, Λακεδαιμονίοις μὲν ἀγαθόν, Ἀθηναίοις δὲ καὶ τοῖς συμμάχοις κακόν· ἅ τε νίκα, ἃν τοὶ Ἕλλανες τὸν Πέρσαν ἐνίκασαν, τοῖς μὲν Ἕλλασιν ἀγαθόν, τοῖς δὲ βαρβάροις κακόν.

(9) ἁ τοίνυν τοῦ Ἰλίου αἵρεσις τοῖς μὲν Ἀχαιοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Τρωσὶ κακόν. καδδὲ ταὐτὸν καὶ τὰ τῶν Θηβαίων καὶ τὰ τῶν Ἀργείων πάθη.

(10) καὶ ἁ τῶν Κενταύρων καὶ Λαπιθᾶν μάχα τοῖς μὲν Λαπίθαις ἀγαθόν, τοῖς δὲ Κενταύροις κακόν. καὶ μὰν καὶ ἁ τῶν θεῶν καὶ Γιγάντων λεγομένα μάχα [καὶ νίκα] τοῖς μὲν θεοῖς ἀγαθόν, τοῖς δὲ Γίγασι κακόν.

(11) ἄλλος δὲ λόγος λέγεται, ὡς ἄλλο μὲν τἀγαθὸν εἴη, ἄλλο δὲ τὸ κακόν, διαφέρον ὥσπερ καὶ τὦνυμα, οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα. ἐγὼ δὲ καὶ αὐτὸς τοῦτον διαιρεῦμαι τὸν τρόπον· δοκῶ γὰρ οὐδὲ διάδαλόν 〈κ’〉 ἦμεν, ποῖον ἀγαθὸν καὶ ποῖον κακόν, αἰ τὸ αὐτὸ καὶ μὴ ἄλλο ἑκάτερον ἦς· καὶ γὰρ θαυμαστόν κ’ εἴη.

(12) οἶμαι δὲ οὐδέ κ’ αὐτὸν ἔχεν ἀποκρίνασθαι, αἴ τις [αὐτὸν] ἔροιτο τὸν ταῦτα λέγοντα: εἶπον δή μοι, ἤδη τύ τι τοὶ γονέες ἀγαθὸν ἐποίησαν; φαίη κα· καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα. τὺ ἄρα κακὰ καὶ μεγάλα καὶ πολλὰ τούτοις ὀφείλεις, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.

(13) τί δέ, τὼς συγγενέας ἤδη τι ἀγαθὸν ἐποίησας; 〈καὶ πολλὰ καὶ μεγάλα〉. τὼς ἄρα συγγενέας κακὸν ἐποίεις. τί δέ, τὼς ἐχθρὼς ἤδη κακὸν ἐποίησας; καὶ πολλὰ καὶ 〈μεγάλα〉. μέγιστα ἄρα ἀγαθὰ ἐποίησας.

(14) ἄγε δή μοι καὶ τόδε ἀπόκριναι. ἄλλο τι ἢ τὼς πτωχὼς οἰκτίρεις, ὅτι πολλὰ καὶ κακὰ ἔχοντι, 〈καὶ〉 πάλιν εὐδαιμονίζεις, ὅτι πολλὰ καὶ ἀγαθὰ πράσσοντι, αἴπερ τωὐτὸ κακὸν καὶ ἀγαθόν;

(15) τὸν δὲ βασιλῆ τὸν μέγαν οὐδὲν κωλύει ὁμοίως διακεῖσθαι τοῖς πτωχοῖς. τὰ γὰρ πολλὰ καὶ μεγάλα ἀγαθὰ αὐτῶι πολλὰ κακὰ καὶ μεγάλα ἐστίν, αἴ γα τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν. καὶ τάδε μὲν περὶ τῶν πάντων εἰρήσθω.

(16) εἶμι δὲ καὶ καθ’ ἕκαστον ἀρξᾶμενος ἀπὸ τῶ ἐσθίεν καὶ πῖνεν καὶ ἀφροδισιάζεν. ταῦτα γὰρ τοῖς ἀσθενεῦντι 〈ποιὲν κακόν, καὶ πάλιν〉 ταῦτα ποιὲν ἀγαθόν ἐστιν αὐτοῖς, αἴπερ τωὐτόν ἐστιν ἀγαθὸν καὶ κακόν· καὶ τοῖς νοσέοντι κακόν ἐστι τὸ νοσεῖν καὶ ἀγαθόν, αἴπερ τωὐτόν ἐστι τὸ ἀγαθὸν τῶι κακῶι.

(17) καδδὲ τόδε καὶ τἆλλα πάντα, τὰ ἐν τῶι ἔμπροσθεν λόγωι εἴρηται. καὶ οὐ λέγω, τί ἐστι τὸ ἀγαθόν, ἀλλὰ τοῦτο πειρῶμαι διδάσκειν, ὡς οὐ τωὐτὸν [εἴη] τὸ κακὸν καὶ τἀγαθόν, ἀλλ’ ἑκάτερον.

Zwiespältige Reden werden in Griechenland von den Philosophirenden über das Gute und das Ueble gehalten. Denn die Einen sagen, ein Anderes sei das Gute, ein Anderes das Ueble; die Anderen aber, es sei dasselbe und zwar für die Einen gut, für die Anderen übel, auch für denselben Menschen zuweilen gut, zuweilen wieder übel.

Ich selber nun stelle mich auch zu diesen; ich werde die Betrachtung aber auf die Dinge richten, um welche sich das menschliche Leben dreht, nämlich Speise und Trank und Liebesgenuss. Denn dieses ist für einen Kranken übel, für einen Gesunden aber und Verlangenden gut. Also auch Unmässigkeit in diesen Dingen ist für die Unmässigen übel, für die Aerzte aber gut. Der Tod also ist für die Sterbenden übel; für die Leichengeräthverkäufer aber und die Todtengräber gut. Und dass die Landwirthschaft die Früchte gut hervorgebracht hat, ist für die Landwirthe gut, für die Grosshändler aber übel. Dass also die Lastschiffe durch Reibung und Stoss beschädigt werden, ist für den Schiffseigenthümer übel, für die Schiffszimmerleute aber gut. Ferner dass die eisernen Werkzeuge angefressen und stumpf und abgerieben werden, das ist für alle Uebrigen übel, für den Schmied aber gut. Und wahrhaftig, dass die Thongeschirre zerbrechen, ist für alle Uebrigen übel, für die Töpfer aber gut. Dass aber die Schuhe abgerieben und zerrissen werden, ist für alle Uebrigen übel, für den Schuster aber gut. In den Wettkämpfen also, den gymnastischen, musischen und kriegerischen, (z. B.) sofort bei dem nackten Kampfspiel, ist der Sieg für den siegenden Wettkämpfer gut, für den Besiegten aber übel. Und so (verhält es sich) auch mit den Ringern und Faustkämpfern und mit allen übrigen musischen Kämpfern; sofort z. B. ist das Citherspiel für den Siegenden gut, für die Besiegten übel. Auch im Kriege, um das Neueste zuerst zu erwähnen, ist der Sieg der Lacedämonier, mit welchem sie die Athener und die Bundesgenossen besiegten, für die Lacedämonier gut, für die Athener aber und die Bundesgenossen übel; und der Sieg, den die Hellenen über die Perser davontrugen, für die Hellenen gut, für die Barbaren aber übel. Also Ilion’s Eroberung für die Achäer gut, für die Troer aber übel. Ebenso auch die Leiden der Thebaner und der Argiver und die Schlacht der Centauren und Lapithen für die Lapithen gut, für die Centauren aber übel. Und wahrhaftig, so war auch zwischen den Göttern und Giganten die sogenannte Schlacht und der Sieg für die Götter gut, für die Giganten aber übel.

Eine andere Rede aber geht, es sei etwas Anderes das Gute und etwas Anderes das Ueble, verschieden wie dem Namen, so auch der Sache nach. Ich setze nun auch dies in folgender Weise auseinander; denn ich glaube, es sei nicht klar, was gut und was übel ist, wenn jedes von beiden dasselbe und nicht etwas Anderes wäre; ja, das wäre auch erstaunlich. Ich glaube nun, er hätte nichts zu antworten, wenn man ihn, der dies behauptet, fragen wollte: Sage mir doch, hast Du Deinen Eltern schon etwas Gutes erwiesen? Er würde wohl erwidern, gewiss, viel und Bedeutendes. Also bist Du diesen viel und bedeutendes Uebel schuldig, wenn das Gute mit dem Ueblen dasselbe ist. Wie aber, hast Du Deinen Verwandten schon Gutes erwiesen? Den Verwandten also thatest Du Uebles. Wie aber, Deinen Feinden hast Du schon Uebles zugefügt? Ja viel und Bedeutendes. Also hast Du ihnen Gutes erwiesen. Wohlan, antworte mir nun auch hierauf: bemitleidest Du die Bettler, weil sie viele und bedeutende Uebel zu erleiden haben, und preisest Du wiederum die Reichen selig, weil es ihnen in vielen und bedeutenden Stücken gut geht, wenn Uebel und Gut einerlei ist? Es steht nichts im Wege, dass der grosse König mit den Bettlern zusammenfalle, denn die vielen bedeutenden Güter sind ihm ja viele und bedeutende Uebel, wenn Gutes und Uebel einerlei ist. Dies soll nun vom Allgemeinen gesagt sein.

Ich will auch auf das Einzelne eingehen, indem ich vom Essen, Trinken und den Liebesgenüssen anfange. Denn dies ist (wäre) für die, welche zu schwach sind, um sich dergleichen zu erlauben, gut, wenn gut und übel einerlei ist; und für die Kranken ist (wäre) das Kranksein sowohl übel als gut, wenn gut und übel einerlei ist. Und dasselbe gilt auch von allem oben Gesagten. Und ich erkläre nicht, was das Gute ist, sondern ich versuche blos zu lehren, dass nicht wohl einerlei sein möchte übel und gut, sondern Jedes von dem Anderen verschieden.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 1.3 the German joins the excess/doctors examples and does not separately give Diels’s seller-profit and illness clauses. At 1.6 it describes the athletic example as naked competition. At 1.12 the direction of benefit between parents and children differs; the Diels-supplied response at 1.13 is absent. At 1.14 the German expressly says rich men. At 1.16 the later supplied clause about doing bad and again is absent

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Περὶ καλοῦ καὶ αἰσχροῦ.

(1) λέγονται δὲ καὶ περὶ τῶ καλῶ καὶ 〈τῶ〉 αἰσχρῶ δισσοὶ λόγοι. τοὶ μὲν γάρ φαντι, ἄλλο μὲν ἦμεν τὸ καλόν, ἄλλο δὲ τὸ αἰσχρόν, διαφέρον, ὥσπερ καὶ τὤνυμα, οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα· τοὶ δὲ τωὐτὸ καλὸν καὶ αἰσχρόν.

(2) κἀγὼ πειρασεῦμαι, τόνδε τὸν τρόπον ἐξαγεύμενος. αὐτίκα γὰρ παιδὶ ὡραίωι ἐραστᾶι μὲν [χρηστῶι] χαρίζεσθαι καλόν, μὴ ἐραστᾶι δὲ [καλῶι] αἰσχρόν.

(3) καὶ τὰς γυναῖκας λοῦσθαι ἔνδοι καλόν, ἐν παλαίστραι δὲ αἰσχρόν (ἀλλὰ τοῖς ἀνδράσιν ἐν παλαίστραι καὶ ἐν γυμνασίωι καλόν).

(4) καὶ συνίμεν τῶι ἀνδρὶ ἐν ἁσυχίαι μὲν καλόν, ὅπου τοίχοις κρυφθήσεται· ἔξω δὲ αἰσχρόν, ὅπου τις ὄψεται.

(5) καὶ τῶι μὲν αὐτᾶς συνίμεν ἀνδρὶ καλόν, ἀλλοτρίωι δὲ αἴσχιστον· καὶ τῶι γ’ ἀνδρὶ τᾶι μὲν ἑαυτῶ γυναικὶ συνίμεν καλόν, ἀλλοτρίαι δὲ αἰσχρόν.

(6) καὶ κοσμεῖσθαι καὶ ψιμυθίωι χρίεσθαι καὶ χρυσία περιάπτεσθαι, τῶι μὲν ἀνδρὶ αἰσχρόν, τᾶι δὲ γυναικὶ καλόν.

(7) καὶ τὼς μὲν φίλως εὖ ποιὲν καλόν, τὼς δὲ ἐχθρὼς αἰσχρόν. καὶ τὼς μὲν πολεμίως φεύγεν αἰσχρόν, τὼς δὲ ἐν σταδίωι ἀνταγωνιστὰς καλόν.

(8) καὶ τὼς μὲν φίλως καὶ τὼς πολίτας φονεύεν αἰσχρόν, τὼς δὲ πολεμίως καλόν. καὶ τάδε μὲν περὶ πάντων.

(9) εἶμι δ’ 〈ἐφ’〉 ἃ ταὶ πόλιες· [τε] αἰσχρὰ ἅγηνται καὶ τὰ ἔθνεα. αὐτίκα Λακεδαιμονίοις τὰς κόρας γυμνάζεσθαι 〈καὶ〉 ἀχειριδώτως καὶ ἀχίτωνας παρέρπεν καλόν· Ἴωσι δὲ αἰσχρόν.

(10) καὶ 〈 τοῖς μὲν〉 τὼς παῖδας μὴ μανθάνειν μωσικὰ καὶ γράμματα καλόν· Ἴωσι δ’ αἰσχρὸν μὴ ἐπίστασθαι ταῦτα πάντα.

(11) Θεσσαλοῖσι δὲ καλὸν τὼς ἵππως ἐκ τὰς ἀγέλας λαβόντι αὐτῶι δαμάσαι καὶ τὼς ὀρέας· βῶν τε λαβόντι αὐτῶι σφάξαι καὶ ἐκδεῖραι καὶ κατακόψαι, ἐν Σικελίαι δὲ αἰσχρὸν καὶ δώλων ἔργα.

(12) Μακεδόσι δὲ καλὸν δοκεῖ ἦμεν τὰς κόρας, πρὶν [ἀνδρὶ] γάμασθαι, ἐρᾶσθαι καὶ ἀνδρὶ συγγίνεσθαι, ἐπεὶ δέ κα γάμηται, αἰσχρόν· Ἕλλασι δ’ ἄμφω αἰσχρόν.

(13) τοῖς δὲ Θραιξὶ κόσμος τὰς κόρας στίζεσθαι· τοῖς δ’ ἄλλοις τιμωρία τὰ στίγματα τοῖς ἀδικέοντι. τοὶ δὲ Σκύθαι καλὸν νομίζοντι, ὅς 〈κ’〉 ἄνδρα κατακανὼν ἐκδείρας τὰν κεφαλὰν τὸ μὲν κόμιον πρὸ τοῦ ἵππου φορῆι, τὸ δ’ ὀστέον χρυσώσας 〈ἢ〉 καὶ ἀργυρώσας πίνηι ἐξ αὐτοῦ καὶ σπένδηι τοῖς θεοῖς· ἐν δὲ τοῖς Ἕλλασιν οὐδέ κ’ ἐς τὰν αὐτὰν οἰκίαν συνεισελθεῖν βούλοιτό τις τῶι ταῦτα ποιήσαντι.

(14) Μασσαγέται δὲ τὼς γονέας κατακόψαντες κατέσθοντι, καὶ τάφος κάλλιστος δοκεῖ ἦμεν ἐν τοῖς τέκνοις τεθάφθαι· ἐν δὲ τᾶι Ἑλλάδι αἴ τις ταῦτα ποιήσαι, ἐξελαθεὶς [ἐκ τῆς Ἑλλάδος] κακῶς κα ἀποθάνοι ὡς αἰσχρὰ καὶ δεινὰ ποιέων.

(15) τοὶ δὲ Πέρσαι κοσμεῖσθαι [τε] ὥσπερ τὰς γυναῖκας καὶ τὼς ἄνδρας καλὸν νομίζοντι, καὶ τᾶι θυγατρὶ καὶ τᾶι ματρὶ καὶ τᾶι ἀδελφᾶι συνίμεν· τοὶ δὲ Ἕλλανες καὶ αἰσχρὰ καὶ παράνομα.

(16) Λυδοῖς τοίνυν τὰς κόρας πορνευθείσας καὶ ἀργύριον ἐνεργάσασθαι καὶ οὕτως γάμασθαι καλὸν δοκεῖ ἦμεν, ἐν δὲ τοῖς Ἕλλασιν οὐδείς κα θέλοι γᾶμαι.

(17) Αἰγύπτιοί τε οὐ ταὐτὰ νομίζοντι καλὰ τοῖς ἄλλοις· τῆιδε μὲν γὰρ γυναῖκας ὑφαίνειν καὶ 〈ἔρια〉 ἐργάζεσθαι καλόν, ἀλλὰ τηνεῖ τὼς ἄνδρας, τὰς δὲ γυναῖκας πράσσεν, ἅπερ τῆιδε τοὶ ἄνδρες. τὸν παλὸν δεύειν ταῖς χερσί, τὸν δὲ σῖτον τοῖς ποσί, τήνοις καλὸν, ἀλλ’ ἁμὶν τὸ ἐναντίον.

(18) οἶμαι δ’, αἴ τις τὰ αἰσχρὰ ἐς ἓν κελεύοι συνενεῖκαι πάντας ἀνθρώπως, ἃ ἕκαστοι νομίζοντι, καὶ πάλιν ἐξ ἀθρόων τούτων τὰ καλὰ λαβέν, ἃ ἕκαστοι ἅγηνται, οὐδὲ ἓν 〈κα〉 καλλειφθῆμεν, ἀλλὰ πάντας πάντα διαλαβέν. οὐ γὰρ πάντες ταὐτὰ νομίζοντι.

(19) παρεξοῦμαι δὲ καὶ ποίημά τι [TGF. (844) adesp. (26) ] καὶ γὰρ τὸν ἄλλον ὦδε θνητοῖσιν νόμον ὄψηι διαιρῶν· οὐδὲν ἦν πάντηι καλόν, οὐδ’ αἰσχρόν, ἀλλὰ ταὔτ’ ἐποίησεν λαβών ὁ καιρὸς αἰσχρὰ καὶ διαλλάξας καλά.

(20) ὡς δὲ τὸ σύνολον εἶπαι, πάντα καιρῶι μὲν καλα ἐντι, [ἐν] ἀκαιρίαι δ’ αἰσχρά. τί ὦν διεπραξάμην; ἔφαν ἀποδείξειν ταὐτὰ αἰσχρὰ καὶ καλὰ ἐόντα, καὶ ἀπέδειξα ἐν τούτοις πᾶσι.

(21) λέγεται δὲ καὶ περὶ τῶ αἰσχρῶ καὶ 〈τῶ〉 καλῶ, ὡς ἄλλο ἑκάτερον εἴη. ἐπεὶ αἴ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς τὸ αὐτὸ πρᾶγμα αἰσχρὸν καὶ καλόν ἐστιν, αἴ ποκά τι αὐτοῖς καλὸν ἔργασται, 〈καὶ〉 αἰσχρὸν ὁμολογησοῦντι, αἴπερ τωὐτὸν καὶ τὸ αἰσχρὸν καὶ τὸ καλόν.

(22) καὶ αἴ τινά γα καλὸν οἴδαντι ἄνδρα, τοῦτον καὶ αἰσχρὸν τὸν αὐτόν· καὶ αἴ τινά γα λευκόν, καὶ μέλανα τοῦτον τὸν αὐτόν. καὶ καλόν γ’ ἐστὶ τὼς θεὼς σέβεσθαι, καὶ αἰσχρὸν αὖ τὼς θεὼς σέβεσθαι, αἴπερ τωὐτὸν αἰσχρὸν καὶ καλόν ἐστι.

(23) καὶ τάδε μὲν περὶ ἁπάντων εἰρήσθω μοι· τρέψομαι δὲ ἐπὶ τὸν λόγον αὐτῶν, ὃν λέγοντι.

(21) αἰ γὰρ τὰν γυναῖκα καλόν ἐστι κοσμεῖσθαι, τὰν γυναῖκα 〈καὶ〉 αἰσχρὸν κοσμεῖσθαι, αἴπερ τωὐτὸν αἰσχρὸν καὶ καλόν· καὶ τἆλλα κατὰ τωὐτόν.

(25) ἐν Λακεδαίμονί ἐστι καλὸν τὰς παῖδας γυμνάζεσθαι, ἐν Λακεδαίμονί ἐστιν αἰσχρὸν τὰς παῖδας γυμνάζεσθαι, καὶ τἆλλα οὕτως.

(26) λέγοντι δέ, ὡς αἴ τινες τὰ αἰσχρὰ ἐκ τῶν ἐθνέων πάντοθεν συνενείκαιεν, ἔπειτα συγκαλέσαντες κελεύοιεν, ἅ τις καλὰ νομίζοι, λαμβάνεν, πάντα κα ἐν καλῶι ἀπενειχθῆμεν· ἐγὼ θαυμάζω, αἰ τὰ αἰσχρὰ συνενεχθέντα καλὰ ἐσεῖται, καὶ οὐχ οἱάπερ ἦνθεν.

(27) αἰ γοῦν ἵππως ἢ βῶς ἢ ὄϊς ἢ ἀνθρώπως ἄγαγον, οὐκ ἄλλο τί κα ἀπᾶγον· ἐπεὶ οὐδ’ αἰ χρυσὸν ἤνεικαν, χαλκόν [ἀπήνεικαν], οὐδ’ αἰ ἄργυρον ἤνεικαν, μόλιβδόν κα ἀπέφερον.

(28) ἀντὶ δ’ ἄρα τῶν αἰσχρῶν καλὰ ἀπάγοντι; φέρε δή, αἰ ἄρα τις αἰσχρὸν 〈ἄνδρα〉 ἄγαγε τοῦτον δ’ αὖ κα καλὸν ἀπᾶγε; ποιητὰς δὲ μάρτυρας ἐπάγονται, 〈οἳ〉 ποτὶ ἁδονάν, οὐ ποτ’ ἀλάθειαν ποιεῦντι.

Es werden auch über das sittlich Schöne und Hässliche doppelte Reden gehalten. Denn die Einen sagen, es sei etwas Anderes das Schöne, etwas Anderes das Hässliche, verschieden, wie dem Namen, so auch der Sache nach; die Anderen aber erklären Schön und Hässlich für einerlei.

Auch ich werde mich auf folgende Weise in der Erklärung versuchen. Sofort nämlich steht es einem blühenden Knaben schön an, einem tugendhaften Liebhaber zu willfahren; ist der Liebhaber aber nicht sittlich gut, so ist es hässlich. Und dass sich die Weiber im Hause waschen, ist schön; in der Ringschule aber hässlich; den Männern aber steht es in der Ringschule und im Gymnasium schön an. Und eheliche Gemeinschaft mit dem Manne zu haben in ruhiger Sicherheit, von den Wänden gedeckt, das ist sittlich schön; draussen aber ist es hässlich, wo es Jemand sehen könnte. Und mit ihrem eigenen Manne umzugehen ist schön, mit einem fremden aber höchst widerlich. Und für den Mann ist es schön, mit seiner eigenen Frau umzugehen; mit einer fremden aber hässlich. Und sich zu putzen und zu schminken und goldene Zierrathen umzuhängen, ist für den Mann hässlich, für das Weib aber schön. Und den Freunden wohlzuthun, ist schön; den Feinden aber schändlich. Und vor den Feinden zu fliehen ist schändlich; vor dem Gegner aber in der Rennbahn zu laufen, schön. Und die Freunde und Mitbürger umzubringen ist schändlich, die Feinde aber schön.

Und dies nun im Allgemeinen. Ich will aber jetzt zu Dem übergehen, was die Staaten und Völker für sittlich verwerflich erklärt haben. Gleich bei den Lacedämoniern gilt es für geziemend, dass die Mädchen ohne Aermel turnen und ohne Leibrock auftreten; bei den Joniern aber ist es gegen die Sitte. Und dass die Kinder nicht Musik und Lesen und Schreiben lernen, gilt für anständig; bei den Joniern aber ist es unanständig, alles dieses nicht zu verstehen. Bei den Thessaliern ist es anständig, die Pferde aus der Heerde zu holen, sie zu bändigen, und auch die Maulesel; ebenso die Ochsen zu holen, sie zu schlachten, abzuhäuten und in Stücke zu zerlegen; in Sicilien aber ist dies schimpflich und Sclavenarbeit. Den Macedoniern gilt es für geziemend, dass die Mädchen, ehe sie mit einem Manne verheirathet werden, der Liebe pflegen und mit einem Manne zu thun haben; nach der Ehe aber gilt solches für schändlich; bei den Hellenen aber gilt beides für schändlich. Bei den Thraciern ist es ein Schmuck, wenn die Mädchen sich tätowiren lassen. Bei den Skythen gilt es für ehrenvoll, wenn man einen Mann getödtet hat, die Kopfhaut abzuziehen und den Skalp vor dem Pferde zu tragen, den Schädel aber in Gold und Silber zu fassen, daraus zu trinken und den Göttern zu spenden: bei den Hellenen aber möchte einer mit dem, der solches that, nicht einmal in demselben Hause zusammentreffen. Die Massageten schlachten ihre Eltern und essen sie auf, und es scheint ihnen das schönste Grab zu sein, wenn sie in ihren Kindern begraben sind; wollte einer das aber in Hellas thun, so würde er aus Hellas vertrieben werden und schlimm zu Grunde gehen, als habe er Schändliches und Schreckliches gethan. Die Perser halten es für schön, sich zu putzen; wie die Weiber, so die Männer; auch mit der Tochter, der Mutter und der Schwester geschlechtlichen Umgang zu haben; die Hellenen aber halten dies für schändlich und ungesetzlich. Den Lydern scheint es recht zu sein, dass die Mädchen erst als Huren Geld verdienen und dann heirathen; bei den Hellenen möchte Niemand eine solche freien. Die Aegypter auch halten nicht dasselbe für recht, wie die übrigen. Denn hier weben und spinnen die Weiber, aber dort die Männer, während die Weiber die Geschäfte führen, was hier die Männer thun. Den Lehm mit den Händen, den Brodteig mit den Füssen zu kneten, gilt ihnen für schicklich; aber bei uns umgekehrt. Und ich glaube, dass wenn alle Menschen das sittlich Schöne auf einen Haufen zusammentragen sollten, was ein Jeder dafür hält, und wieder aus dem Haufen das sittlich Hässliche, was Jeder dafür hält, wegnehmen, so würde Nichts übrig gelassen werden; sondern Alle würden Alles unter sich vertheilen. Denn nicht bei Allen gilt dasselbige für schön. Ich werde aber auch ein paar Verse anführen:

„Denn auch wenn Du die übrigen Gebräuche der Sterblichen
Prüfest, wirst Du nichts finden, was in jeder Beziehung schön
Oder hässlich wäre; vielmehr lassen die gegebenen Umstände
Jegliches bald hässlich, bald im Wechsel wieder schön erscheinen.“

Um das Gesagte zusammenzufassen, so ist Alles zur rechten Zeit schön, zur Unzeit aber hässlich. Was habe ich nun ausgerichtet? Ich versprach zu beweisen, es sei das Hässliche und Schöne einerlei und ich habe es in allen diesen Stücken bewiesen.

Es wird aber auch vom Sittlich-Hässlichen und Schönen behauptet, dass Jedes von dem Andern verschieden wäre; denn wenn einer Diejenigen, welche hässlich und schön für einerlei erklären, fragte, ob von ihnen wohl schon einmal eine schöne Handlung vollbracht wäre, so werden sie die Hässlichkeit derselben einräumen müssen, wenn schön und hässlich einerlei ist. Und wenn sie einen schönen Mann kennen, dass dieser selbige auch hässlich sei; und wenn einen weissen, dass derselbige auch schwarz sei. Und es ist gewiss schön, die Götter zu scheuen, und folglich hässlich, die Götter zu scheuen, wenn ja einerlei ist schön und hässlich. Und dies will ich nun so im Ganzen ausgemacht haben.

Ich werde mich jetzt zu dem Grunde wenden, den sie angeben. (Denn wenn es schön ist, dass das Weib sich schmückt, so ist es hässlich, dass das Weib sich schmückt, wenn ja hässlich und schön einerlei ist, und das Uebrige ebenso. In Lacedämon gilt es für schön, dass die Mädchen Gymnastik treiben, in Lacedämon gilt es für hässlich, dass die Mädchen Gymnastik treiben und das Uebrige ebenso. Sie geben nämlich an, dass, wenn Einige das Sittlich-Hässliche von allen Seiten von den Völkern zusammengetragen hätten und dann die Menschen zusammenriefen und sie hiessen, was einer für schön hielte, zu nehmen, dass dann wohl Alles als schön weggetragen werden würde. Ich wundere mich, wie das Hässliche, welches zusammengetragen ist, schön sein soll und nicht so wie es gekommen ist. Wenigstens wenn sie Pferde oder Ochsen oder Schafe oder Menschen brächten, so würden sie wohl auch nichts Anderes wegbringen, und wenn sie Gold gebracht hätten, würden sie nicht Kupfer wegbringen, und wenn sie Silber gebracht hätten, würden sie nicht Blei wegbringen. Also statt des Hässlichen führen sie das Schöne weg. Sieh’ doch, wenn einer also einen hässlichen Mann wegführte, so führte er diesen als schönen weg? Dichter aber führen sie als Zeugen an, die doch nach dem Beifall, nicht nach der Wahrheit dichten.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Hermann Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker (1922). Digital text: Open Greek and Latin, First1KGreek
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 2.2 the historical German retains moral adjectives bracketed by Diels and uses a bad-lover reading. At 2.13 the tattooing-as-punishment counterexample is absent; Teichmüller’s footnote acknowledges the textual difficulty. At 2.18 his heap consists of beautiful things from which ugly things are removed, whereas Diels prints the reverse. At 2.28 the leading-away wording follows his older text. The opening parenthesis in the paragraph beginning “Denn wenn es schön ist” is unclosed in the printed passage; it is retained rather than silently emended

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Available translations: German

Περὶ δικαίου καὶ ἀδίκου.

(1) δισσοὶ δὲ λόγοι λέγονται καὶ περὶ τῶ δικαίω καὶ τῶ ἀδίκω. καὶ τοὶ μὲν ἄλλο ἦμεν τὸ δίκαιον, ἄλλο δὲ τὸ ἄδικον· τοὶ δὲ τωὐτὸ δίκαιον καὶ ἄδικον· καὶ ἐγὼ τούτωι πειρασοῦμαι τιμωρέν.

(2) καὶ πρῶτον μὲν ψεύδεσθαι ὡς δίκαιόν ἐστι λεξῶ καὶ ἐξαπατᾶν. τὼς μὲν πολεμίως ταῦτα ποιὲν 〈καλὸν καὶ δίκαιον, τὼς δὲ φίλως〉 αἰσχρὸν καὶ πονηρὸν ἂν ἐξείποιεν· 〈πῶς δέ τὼς πολεμίως,〉 τὼς δὲ φιλτάτως οὔ; αὐτίκα τὼς γονέας· αἰ γὰρ δέοι τὸν πατέρα ἢ τὰν ματέρα φάρμακον πιὲν ἢ φαγέν, καὶ μὴ θέλοι, οὐ δίκαιόν ἐστι καὶ ἐν τῶι ῥοφήματι καὶ ἐν τῶι ποτῶι δόμεν καὶ μὴ φάμεν ἐνῆμεν;

(3) οὐκῶν 〈δίκαιον〉 ἤδη ψεύδεσθαι καὶ ἐξαπατᾶν τὼς γονέας. καὶ κλέπτεν μὰν τὰ τῶν φίλων καὶ βιῆσθαι τὼς φιλτάτως δίκαιον.

(4) αὐτίκα αἴ τις λυπηθείς τι τῶν οἰκηΐων καὶ ἀχθεσθεὶς μέλλοι αὐτὸν διαφθείρεν ἢ ξίφει ἢ σχοινίωι ἢ ἄλλωι τινί, δίκαιόν ἐστι ταῦτα κλέψαι, αἰ δύναιτο, αἰ δὲ ὑστερίξαι καὶ ἔχοντα καταλάβοι, ἀφελέσθαι βίαι;

(5) ἀνδραποδίξασθαι δὲ πῶς οὐ δίκαιον τὼς πολεμίως 〈καὶ〉 αἴ τις δύναιτο ἑλὼν πόλιν ὅλαν ἀποδόσθαι; τοιχωρυχὲν δὲ τὰ τῶν πολιτῶν κοινὰ οἰκήματα δίκαιον φαίνεται. αἰ γὰρ ὁ πατὴρ ἐπὶ θανάτωι, κατεστασιασμένος ὑπὸ τῶν ἐχθρῶν, δεδεμένος εἴη, ἆρα οὐ δίκαιον διορύξαντα κλέψαι καὶ σῶσαι τὸν πατέρα;

(6) ἐπιορκὲν δέ· αἴ τις ὑπὸ τῶν πολεμίων λαφθεὶς ὑποδέξαιτο ὀμνύων ἧ μὰν ἀφεθεὶς τὰν πόλιν προδώσεν, ἆρα οὗτος δίκαιά 〈κα〉 ποιήσαι εὐορκήσας;

(7) ἐγὼ μὲν [γὰρ] οὐ δοκῶ· ἀλλὰ μᾶλλον τὰν πόλιν καὶ τὼς φίλως καὶ τὰ ἱερὰ σώσαι 〈κα τὰ〉 πατρώϊα ἐπιορκήσας. ἤδη ἄρα δίκαιον καὶ τὸ ἐπιορκεῖν. καὶ τὸ ἱεροσυλέν·

(8) τὰ μὲν ἴδια τῶν πόλεων ἐῶ· τὰ δὲ κοινὰ τᾶς Ἑλλάδος, τὰ ἐκ Δελφῶν καὶ τὰ ἐξ Ὀλυμπίας, μέλλοντος τῶ βαρβάρω τὰν Ἑλλάδα λαβεῖν καὶ τᾶς σωτηρίας ἐν χρήμασιν ἐούσας, οὐ δίκαιον λαβὲν καὶ χρῆσθαι ἐς τὸν πόλεμον;

(9) φονεύεν δὲ τὼς φιλτάτως δίκαιον· ἐπεὶ καὶ Ὀρέστας καὶ Ἀλκμαίων· καὶ ὁ θεὸς ἔχρησε δίκαια αὐτὼς ποιῆσαι.

(10) ἐπὶ δὲ τὰς τέχνας τρέψομαι καὶ τὰ τῶν ποιητῶν. ἐν γὰρ τραγωιδοποιίαι καὶ ζωγραφίαι ὅστις 〈κα〉 πλεῖστα ἐξαπατῆι ὅμοια τοῖς ἀληθινοῖς ποιέων, οὗτος ἄριστος.

(11) θέλω δὲ καὶ ποιημάτων παλαιοτέρων μαρτύριον ἐπαγαγέσθαι. Κλεοβουλίνης [fr. (2) p. (47) Crus. ] ἄνδρ’ εἶδον κλέπτοντα καὶ ἐξαπατῶντα βιαίως, καὶ τὸ βίαι ῥέξαι τοῦτο δικαιότατον.

(12) ἐν πάλαι ταῦτα· Αἰσχύλου δὲ ταῦτα [fr. (301). (302) ] ἀπάτης δικαίας οὐκ ἀποστατεῖ θεός. 〈καί·〉 ψευδῶν δὲ καιρὸν ἔσθ’ ὅπου τιμᾶι θεός.

(13) λέγεται δὲ καὶ τῶιδε ἀντίος λόγος, ὡς ἄλλο τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικόν ἐστιν, διαφέρον ὥσπερ καὶ τὤνυμα; οὕτω καὶ τὸ πρᾶγμα· ἐπεὶ αἴ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς τὸ αὐτό ἐστιν ἄδικον καὶ δίκαιον, αἰ ἤδη τι δίκαιον περὶ τὼς γονέας ἔπραξαν, ὁμολογησοῦντι. καὶ ἄδικον ἄρα. τὸ γὰρ αὐτὸ ἄδικον καὶ δίκαιον ὁμολογέοντι ἦμεν.

(14) φέρε ἄλλο δή· αἴ τινα γινώσκεις δίκαιον ἄνδρα, καὶ ἄδικον ἄρα τὸν αὐτόν, καὶ μέγαν τοίνυν καὶ μικρὸν κατὰ τωὐτὸν. καί τοι 〈ὁ〉 πολλὰ ἀδικήσας ἀποθανέτω 〈καὶ πολλὰ καὶ δίκαια δια〉πραξάμενος.

(15) καὶ περὶ μὲν τούτων ἅλις. εἶμι δὲ ἐφ’ ἃ λέγοντες ἀξιόοντι τὸ αὐτὸ καὶ δίκαιον καὶ ἄδικον ἀποδεικνύεν

(16) τὸ γὰρ κλέπτεν τὰ τῶν πολεμίων δίκαιον, καὶ ἄδικόν 〈κ’〉 ἀπεδείκνυεν τοῦτο τωὐτό, αἱ κ’ ἀληθὴς 〈ἧς〉 ὁ τήνων λόγος, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(17) τέχνας δὲ ἐπάγονται, ἐν αἷς οὐκ ἔστι τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικον. καὶ τοὶ ποιηταὶ οὔ [το] ποτ’ ἀλάθειαν, ἀλλὰ ποτὶ τὰς ἁδονὰς τῶν ἀνθρώπων τὰ ποιήματα ποιέοντι.

Doppelte Reden werden auch über das Gerechte und Ungerechte geführt. Und die einen: es sei etwas Anderes das Gerechte, etwas Anderes das Ungerechte; die Anderen: es sei einerlei gerecht oder ungerecht; und ich werde diesem letzteren versuchen beizustehen.

Und erstens werde ich sagen, dass das Lügen und Betrügen gerecht ist. Mit den Feinden freilich so zu verfahren, das würden sie für hässlich und schlecht erklären; mit den Liebsten aber nicht, z. B. gleich mit den Eltern. Denn wenn der Vater oder die Mutter ein Heilmittel hinunterschlucken müsste und nicht wollte, ist es dann nicht recht, es in den Brei oder in den Trank zu thun und nicht zu sagen, dass es darin sei? Also ist es nun recht, die Eltern zu belügen und zu betrügen, und gewiss auch was den Freunden gehört zu stehlen und den liebsten Personen Gewalt anzuthun. Z. B. gleich, wenn ein der Familie Angehöriger in Schmerz und Betrübniss über etwas sich das Leben nehmen wollte entweder mit einem Schwerte oder Stricke oder etwas Anderem, ist es da nicht recht, diese Dinge zu stehlen, wenn man kann, wenn man aber zu spät kommt und ihn schon im Besitz dieser Mittel findet, sie ihm mit Gewalt wegzunehmen? Wie sollte es ferner nicht gerecht sein, die Feinde zu Sclaven zu machen, wenn man eine ganze Stadt erobern und sie in die Sclaverei verkaufen könnte. Die Wände bei den öffentlichen Gebäuden der Stadt zu durchbrechen, ist offenbar gerecht. Denn wenn unser Vater, von der feindlichen Partei überwältigt, gefangen gehalten wird, um die Hinrichtung zu erwarten, ist es dann nicht gerecht, einzubrechen und seinen Vater herauszustehlen und zu erretten? Aber der Meineid? Wenn Einer, von den Feinden gefangen, eidlich verspräche, er würde wahrhaftig, losgelassen, die Stadt verrathen, würde dieser dann recht thun, wenn er seinem Eide treu bliebe? Ich wenigstens glaube das nicht; sondern vielmehr, wenn er die Stadt und die Freunde und die vaterländischen Heiligthümer durch Meineid rettete. Nun ist es also gerecht, sowohl meineidig zu werden, als die Tempel zu berauben. Die privaten Schatzhäuser der Städte lasse ich aus dem Spiel; aber den gemeinsamen Schatz von Hellas, den von Delphi und Olympia, ist es nicht gerecht, wenn der Fremde Hellas einnehmen will und die Rettung in Geld besteht, diesen Schatz zu nehmen und für den Krieg zu verwenden? Auch die liebsten Angehörigen zu ermorden ist gerecht; denn auch Orestes und Alkmäon (thaten es), und der Gott verkündete, sie hätten recht gethan.

Ich werde mich zu den Künsten wenden und zwar zu den Dichtern. Denn wer in der Tragödiendichtung und Malerei am Meisten betrügt, indem er der Wirklichkeit Aehnliches bildet, der ist der Beste. Ich will auch Verse von den Aelteren als Zeugniss beibringen. Kleobuline’s (Worte bei Kratinos lauten):

Ich kannte einen Mann, der stahl und betrog mit Anwendung von Gewalt.

Auch, dass er dies gewaltsam that, war ganz gerecht.

Das war von altersher so. Vom Aeschylus ist folgendes:

Vom gerechten Truge steht der Gott nicht ab.

Eine Lüge zur rechten Zeit wird von Gott manchmal gekrönt.

Hiergegen wird nun umgekehrt gesagt, dass etwas Anderes ist das Gerechte und Ungerechte, verschieden, wie dem Namen, so auch der Sache nach; denn wenn einer die, welche die Einerleiheit von dem Ungerechten und Gerechten behaupten, früge, ob sie ihren Eltern schon, was recht ist, erwiesen haben, so gestehen sie folglich auch zu, (dass sie den Eltern) Unrecht (thaten). Denn sie gestehen ja zu, es sei einerlei Unrecht und Recht. Nun zu einem anderen Falle. Wenn man einen gerechten Mann kennt, so (kennt man) denselben also auch als ungerecht, und folglich als gross und klein in derselben Beziehung. Und wahrhaftig, weil er viel Unrecht gethan hat, so soll er sterben. Und hierüber nun genug.

Ich wende mich nun zu den Gründen, womit sie die Einerleiheit von Recht und Unrecht zu beweisen meinen. Denn (sie wollen) das Stehlen des feindlichen Eigenthums als gerecht und wieder als ungerecht erweisen, wenn jene Rede wahr sei, und das übrige ebenso. Sie führen aber Künste an, bei denen das Gerechte und Ungerechte nicht vorkommt. Und die Dichter möchten wohl auch nicht nach der Wahrheit, sondern nach dem Gefallen der Menschen ihre Verse machen.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 3.2, without Diels’s supplements, the historical German calls deceiving enemies hässlich und schlecht, giving a different logical direction. At 3.14 the later supplied closing clause about having done just deeds is absent. No Diels supplement has been newly translated

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Περὶ ἀλαθέος καὶ ψεύδεος.

(1) λέγονται δὲ καὶ περὶ τῶ ψεύδεος καὶ τῶ ἀλαθέος δισσοὶ λόγοι, ὧν ὁ μέν φατι, ἄλλον μὲν τὸν ψεύσταν ἦμεν λόγον, ἄλλον δὲ τὸν ἀλαθῆ· ὁ δὲ τὸν αὐτὸν αὖ.

(2) κἀγὼ τόνδε λέγω· πρῶτον μέν, ὅτι τοῖς αὐτοῖς ὀνόμασι λέγονται· ἔπειτα δέ, ὅταν λόγος ῥηθῆι, αἰ μὲν ὥς 〈κα〉 λέγηται ὁ λόγος, οὕτω γεγένηται, ἀλαθὴς ὁ λόγος, αἰ δὲ μὴ γεγένηται, ψευδὴς ὁ αὐτὸς λόγος.

(3) αὐτίκα κατηγορεῖ ἱεροσυλίαν τω· αἴ γ’ ἐγένετο τὦργον, ἀλαθὴς ὁ λόγος· αἰ δὲ μὴ ἐγένετο, ψεύστας. καὶ τῶ ἀπολογουμένω ὡυτὸς λόγος. καὶ τά γε δικαστήρια τὸν αὐτὸν λόγον καὶ ψεύσταν καὶ ἀλαθῆ κρίνοντι.

(4) ἔπειτα τοὶ ἑξῆς καθήμενοι αἰ λέγοιμεν μύστας εἰμί, τὸ αὐτὸ μὲν πάντες ἐροῦμεν, ἀλαθὲς δὲ μόνος ἐγώ, ἐπεὶ καὶ εἰμί.

(5) δᾶλον ὧν, ὅτι ὁ αὐτὸς λόγος, ὅταν μὲν αὐτῶι παρῆι τὸ ψεῦδος, ψεύστας ἐστίν, ὅταν δὲ τὸ ἀλαθές, ἀλαθής (ὥσπερ καὶ ἄνθρωπος τὸ αὐτό, καὶ παῖς καὶ νεανίσκος καὶ ἀνὴρ καὶ γέρων ἐστίν).

(6) λέγεται δὲ καὶ ὡς ἄλλος εἴη ὁ ψεύστας λόγος, ἄλλος δὲ ὁ ἀλαθής, διαφέρων τὤνυμα 〈ὥσπερ καὶ τὸ πρᾶγμα〉· αἰ γάρ τις ἐρωτάσαι τὼς λέγοντας, ὡς ὁ αὐτὸς λόγος εἴη ψεύστας καὶ ἀλαθής, ὃν αὐτοὶ λέγοντι, πότερός ἐστιν· αἰ μὲν ψεύστας, δᾶλον ὅτι δύο εἴη· αἰ δ’ ἀλαθής [ἀποκρίναιτο], καὶ ψεύστας ὁ αὐτὸς οὗτος. καὶ ἀλαθῆ τίς ποκα εἶπεν ἢ ἐξεμαρτύρησε, καὶ ψευδῆ ἄρα τὰ αὐτὰ ταῦτα. καὶ αἴ τινα ἄνδρα ἀλαθῆ οἶδε, καὶ ψεύσταν τὸν αὐτόν.

(7) ἐκ δὲ τῶ λόγω λέγοντι ταῦτα, ὅτι γενομένω μὲν τῶ πράγματος ἀλαθῆ τὸν λόγον 〈λέγοντι〉, ἀγενήτω δὲ ψεύσταν. οὔκων διαφέρει 〈αὐτῶν τὤνυμα, ἀλλὰ τὸ πρᾶγμα.

(8) ἐρωτάσαι δὲ κά τις〉 αὖθις τὼς δικαστάς, ὅτι κρίνοντι (οὐ γὰρ πάρεντι τοῖς πράγμασιν)

(9) ὁμολογέοντι δὲ καὶ αὐτοί, ὧι μὲν τὸ ψεῦδος ἀναμέμεικται, ψεύσταν ἦμεν, ὦ δὲ τὸ ἀλαθές, ἀλαθῆ. τοῦτο δὲ ὅλον διαφέρει . . . .

Es werden auch über das Falsche und die Wahrheit doppelte Reden geführt; von diesen nun sagt die eine, es sei etwas Anderes die falsche Rede und etwas Anderes die wahre; die Anderen aber (sagen), es sei dasselbe. Wiederum bin auch ich für diese Meinung.

Erstlich, weil sie sich derselben Worte bedienen; dann aber, wenn eine Rede gehalten ist, so ist die Rede, wenn es so geschah, wie die Rede besagt, wahr; wenn es aber nicht so geschah, so ist dieselbe Rede falsch. Z. B. Du beschuldigst Einen des Tempelraubes, wenn die That geschah, so ist die Rede wahr; wenn es aber nicht geschah, falsch. Und so verhält es sich auch mit der Rede des sich Vertheidigenden. Und die Gerichtshöfe erklären dieselbe Rede sowohl für falsch, als für wahr. Denn wahrhaftig, wenn wir hier der Reihe nach sitzend sprächen: ich bin Simon, so würden wir gewiss Alle dasselbe sagen, das Wahre sagte aber ich allein, denn ich bin es ja. Offenbar ist also, dass dieselbe Rede, wenn ihr das Falsche innewohnt, falsch ist; wenn aber das Wahre, wahr, wie auch dasselbige (Wort) „Mensch“ sowohl ein Kind, als einen Jüngling und einen Mann und einen Greis bedeutet.

Man sagt aber auch, dass ein Anderes sei die falsche Rede, ein Anderes die wahre, verschieden dem Namen und der Sache nach. Denn wenn einer die, welche die Einerleiheit der falschen und wahren Rede behaupten, fragte, zu welcher von beiden denn ihre eigene Rede gehörte, so ist offenbar, dass, wenn (ihre Rede für) falsch (erklärt würde), es zwei wären, wenn aber für wahr, dass dann gerade dieselbe auch für falsch durch die Antwort ausgegeben würde. Und wenn einer etwas Wahres gesagt oder als Zeuge etwas betheuert hat, so ist dieses selbige folglich auch falsch. Und wenn einer einen Mann als wahrhaft kennt, so denselbigen auch als falsch. Gemäss ihrer Erklärung ferner sagen sie dies, dass die Rede, wenn die Sache geschehen sei, wahr wäre, wenn aber nicht geschehen, falsch. Folglich liegt es wieder den Richtern daran, zu entscheiden, (was wahr und was falsch sei); denn sie sind bei dem Geschehen nicht anwesend. Sie räumen auch selber ein, falsch sei (die Rede), welcher das Falsche beigemischt wäre; welcher aber das Wahre, die sei wahr. Das ist aber ganz verschieden.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 4.4 Teichmüller prints ich bin Simon, following his conjecture, whereas Diels prints μύστας εἰμί(an initiate). At 4.7–8 Diels-supplied wording distinguishing name/deed and a new-question transition is absent. The judges passage is interpreted with liegt … daran zu entscheiden. The historical Simon reading must not be presented as the reading of the accompanying Diels Greek

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(1) ταὐτὰ τοὶ μαινόμενοι καὶ τοὶ σωφρονοῦντες καὶ τοὶ σοφοὶ καὶ τοὶ ἀμαθεῖς καὶ λέγοντι καὶ πράσσοντι.

(2) καὶ πρᾶτον μὲν ὀνομάζοντι ταὐτά, γᾶν καὶ ἄνθρωπον καὶ ἵππον καὶ πῦρ καὶ τἆλλα πάντα. καὶ ποιέοντι ταὐτά, κάθηντα καὶ ἔσθοντι καὶ πίνοντι καὶ κατάκεινται, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(3) καὶ μὰν καὶ τὸ αὐτὸ πρᾶγμα καὶ μέζον καὶ μῆιόν ἐστι καὶ πλέον καὶ ἔλασσον καὶ βαρύτερον καὶ κουφότερον. οὕτω γάρ ἐντι ταὐτὰ πάντα.

(4) τὸ τάλαντόν ἐστι βαρύτερον τῆς μνᾶς, καὶ κουφότερον τῶν δύο ταλάντων· τωὐτὸν ἄρα καὶ κουφότερον καὶ βαρύτερον. * * * [s. S. (643), (16)f. ].

(5) καὶ ζώει ὁ αὐτὸς ἄνθρωπος καὶ οὐ ζώει, καὶ ταὐτὰ ἔστι καὶ οὐκ ἔστι· τὰ γὰρ τῆιδ’ ἐόντα ἐν τᾶι Λιβύαι οὐκ ἔστιν, οὐδέ γε τὰ ἐν Λιβύαι ἐν Κύπρωι. καὶ τἆλλα κατὰ τὸν αὐτὸν λόγον. οὐκῶν καὶ ἐντὶ τὰ πράγματα καὶ οὐκ ἐντί.’

(6) τοὶ τῆνα λέγοντες, τὼς μαινομένως καὶ 〈τὼς σωφρονοῦντας καὶ〉 τὼς σοφὼς καὶ τὼς ἀμαθεῖς τωὐτὰ διαπράσσεσθαι καὶ λέγεν, καὶ τἆλλα 〈τὰ〉 ἑπόμενα τῶι λόγωι, οὐκ ὀρθῶς λέγοντι.

(7) αἰ γάρ τις αὐτὼς ἐρωτάσαι, αἰ διαφέρει μανία σωφροσύνης καὶ σοφία ἀμαθίης, φαντί [ναί].

(8) εὖ γὰρ καὶ ἐξ ὧν πράσσοντι ἑκάτεροι δᾶλοί ἐντι, ὡς ὁμολογησοῦντι. οὐκῶν αἰ ταὐτὰ πράσσοντι, καὶ τοὶ σοφοὶ μαίνονται, καὶ τοὶ μαινόμενοι σοφοί, καὶ πάντα συνταράσσονται.

(9) καὶ ἐπακτέος ὁ λόγος, πότερον ὧν ἐν δέοντι τοὶ σωφρονοῦντες λέγοντι ἢ τοὶ μαινόμενοι. ἀλλὰ γάρ φαντι, ὡς ταὐτὰ μὲν λέγοντι, ὅταν τις αὐτὼς ἐρωτῆι. ἀλλὰ τοὶ μὲν σοφοὶ ἐν τῶι δέοντι, τοὶ δὲ μαινόμενοι ἇι οὐ δεῖ·

(10) καὶ τοῦτο λέγοντες δοκοῦντι μικρὸν ποτιθῆναι 〈τὸ〉 ἇι δεῖ καὶ μὴ δεῖ, ὥστε μηκέτι τὸ αὐτὸ ἦμεν.

(11) ἐγὼ δὲ οὐ πράγματος τοσοῦτον ποτιτεθέντος ἀλλοιοῦσθαι δοκῶ τὰ πράγματα, ἀλλ’ ἁρμονίας διαλλαγείσας· ὥσπερ Γλαῦκος καὶ γλαυκός καὶ Ξάνθος καὶ ξανθός καὶ Ξοῦθος καὶ ξουθός.

(12) ταῦτα μὲν τὴν ἁρμονίαν ἀλλάξαντα διήνεικαν, τὰ δὲ μακρῶς καὶ βραχυτέρως ῥηθέντα, Τύρος καὶ τυρός, σάκος καὶ σακός, ἅτερα δὲ γράμματα διαλλάξαντα· κάρτος καὶ κρατός ὄνος καὶ νόος.

(13) ἐπεὶ ὧν οὐκ ἀφαιρεθέντος οὐδενὸς τοσοῦτον διαφέρει, τί δή, αἴ τίς τι ποτιτίθητι ἢ ἀφαιρεῖ; καὶ τοῦτο δείξω οἷόν ἐστιν.

(14) αἴ τις ἀπὸ τῶν δέκα ἓν ἀφέλοι 〈ἢ τοῖς δέκα ἓν ποτθείη〉, οὔ κ’ ἔτι δέκα οὐδὲ ἓν εἴη, καὶ τἆλλα καττωὐτό.

(15) τὸ δὲ τὸν αὐτὸν ἄνθρωπον καὶ ἦμεν καὶ μὴ ἦμεν, ἐρωτῶ· τὶ ἢ τὰ πάντα ἔστιν; οὐκῶν αἴ τις μὴ φαίη ἦμεν, ψεύδεται, 〈τὸ τὶ καὶ〉 τὰ πάντα εἰπὼν ταὐτά. πάντα ὧν πήι ἐστι.

Dasselbige sagen und thun die Wahnsinnigen und die Vernünftigen und die Weisen und die Unwissenden. Und erstlich nennen sie dasselbige Erde und Mensch und Pferd und alles Uebrige. Und sie thun dasselbe, sie sitzen und essen und trinken und liegen und das Uebrige in derselben Weise. Und wahrhaftig auch dasselbige Ding ist grösser und kleiner und mehr und weniger und schwerer und leichter. So nämlich wäre Alles dasselbe. Das Talent ist schwerer, als die Mine und leichter als zwei Talente: dasselbige also ist leichter und schwerer. Und es lebt derselbe Mensch und lebt nicht, und dasselbige ist und ist nicht; denn was hier ist, ist nicht in Libyen, und auch gewiss, was in Libyen ist, nicht in Cypern. Und so das Uebrige auf dieselbe Weise. Also sind die Dinge und sind nicht.

Diejenigen nun, welche sagen, die Wahnsinnigen und die Weisen und die Unwissenden thäten und sagten dasselbige, und was sonst noch aus dieser Behauptung folgt, sagen nicht die Wahrheit. 1. Denn wenn sie einer fragte, ob Wahnsinn von Vernünftigkeit verschieden sei und Weisheit von Unwissenheit, so sprechen sie: Ja. 2. Denn auch aus dem, was jeder von beiden thut, wird vollkommen offenbar, dass sie es einräumen werden. Also auch dasselbige thun sie, und die Weisen rasen, und die Rasenden sind weise, und Alles wird in Verwirrung gebracht. 3. Auch unverständlich ist die Behauptung. Wie? reden die Vernünftigen, wie es sich gebührt, oder die Wahnsinnigen? Aber sie behaupten, wenn einer sie fragt, dass beide zwar dasselbige sagen, aber die Weisen, wie es sich gebührt; die Wahnsinnigen aber, wenn es sich nicht geziemt. Und wenn sie dies sagen, scheinen sie etwas Geringfügiges hinzuzusetzen: „wenn es sich geziemt und wenn es sich nicht geziemt“; dadurch ist es dann nicht mehr dasselbige. Ich aber glaube, dass die Dinge nicht (blos), wenn eine so wichtige Bedingung hinzugesetzt wird, sich ändern, sondern (schon), wenn der Accent vertauscht wird, z. B. Γλαῦκος und γλαυκός, Ξάνθος und ξανθός, Ξοῦθος und ξουθός. Dies war nun verschieden durch Vertauschung des Accents, anders durch kürzere oder längere Silben, wie Τύρος und τυρός, σάκος und σακός; Anderes wieder durch Vertauschung von Buchstaben wie κάρτος und κράτος, ὄνος und νόος. Da dies nun, ohne dass irgend etwas weggenommen wird, so sehr verschieden ist, wie erst, wenn einer etwas hinzusetzt oder wegnimmt? Auch dieses werde ich zeigen, wie es ist. Wenn einer von Zehn eins wegnähme, würde es nicht mehr zehn und auch nicht eins sein, und das Uebrige auf dieselbige Art und Weise.

4. Was nun das anbetrifft, dass derselbe Mensch sowohl sei, als nicht sei, so frage ich: Wie? Das All ist doch? Also wenn einer zu sein leugnete, lügt er. Wenn sie das All zugeben, so sind folglich auch alle die einzelnen Dinge irgendwie.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 5.2 the fire item in Diels is absent. At 5.6 the Diels-supplied sane qualifier is absent. At 5.9 unverständlich follows Teichmüller’s conjecture ἐπάργεμος rather than Diels’s ἐπακτέος. At 5.14 the later supplement concerning adding one to ten is absent. The closing argument is interpreted in terms of the All and individual things. Teichmüller prints κράτος in the accent example where Diels has κρατός

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Περὶ τᾶς σοφίας καὶ τᾶς ἀρετᾶς, αἰ διδακτόν.

(1) λέγεται δέ τις λόγος οὔτ’ ἀλαθὴς οὔτε ἱκανός· ὅτι ἄρα σοφία καὶ ἀρετὰ οὔτε διδακτὸν εἴη οὔτε μαθητόν. τοὶ δὲ ταῦτα λέγοντες ταῖσδε ἀποδείξεσι χρῶνται·

(2) ὡς οὐχ οἷόν τε εἴη, αἴ τι ἄλλωι παραδοίης, τοῦτο αὐτὸν ἔτι ἔχειν. μία μὲν δὴ αὕτα.

(3) ἄλλα δέ, ὡς, αἱ διδακτὸν ἦν, διδάσκαλοί κα ἀποδεδεγμένοι ἦν, ὡς τᾶς μωσικᾶς.

(4) τρίτα δέ, ὡς τοὶ ἐν τᾶι Ἑλλάδι γενόμενοι σοφοὶ ἄνδρες τὰν αὐτῶν τέχναν ἐδίδαξάν κα τὼς φίλως.

(5) τετάρτα δὲ, ὅτι ἤδη τινὲς παρὰ σοφιστὰς ἐλθόντες οὐδὲν ὠφέληθεν.

(6) πέμπτα δέ, ὅτι πολλοὶ οὐ συγγενόμενοι σοφισταῖς ἄξιοι λόγω γεγένηνται.

(7) ἐγὼ δὲ κάρτα εὐήθη νομίζω τόνδε τὸν λόγον· γινώσκω γὰρ τὼς διδασκάλως γράμματα διδάσκεν, τά κα καὶ αὐτὸς ἐπιστάμενος τυγχάνηι, καὶ κιθαριστὰς κιθαρίζεν. πρὸς δὲ τὰν δευτέραν ἀπόδειξιν. ὡς ἄρα οὐκ ἐντὶ διδάσκαλοι ἀποδεδεγμένοι, τί μὰν τοὶ σοφισταὶ διδάσκοντι ἄλλ’ ἢ σοφίαν καὶ ἀρετάν;

(8) [ἢ] τί δὲ Ἀναξαγόρειοι καὶ Πυθαγόρειοι ἦεν; τὸ δὲ τρίτον, ἐδίδαξε Πολύκλειτος τὸν υἱὸν ἀνδριάντας ποιέν.

(9) καὶ αἰ μέν τις μὴ ἐδίδαξε, οὐ σαμῆιον· αἰ δ’ εἶς τις ἐδίδαξε, τεκμάριον ὅτι δυνατόν ἐστι διδάξαι.

(10) τέταρτον δέ, αἰ μή τοι παρὰ [σοφῶν] σοφιστῶν σοφοὶ γίνονται· καὶ γὰρ γράμματα πολλοὶ οὐκ ἔμαθον μαθόντες.

(11) ἔστι δέ τι καὶ φύσις, ἆι δή τις μὴ μαθὼν παρὰ σοφιστᾶν ἱκανὸς ἐγένετο, εὐφυής γα γενόμενος ῥαιδίως συναρπάξαι τὰ πολλά, ὀλίγα μαθὼν παρ’ ὧνπερ καὶ τὠνύματα μανθάνομεν· καὶ τούτων τι ἤτοι πλέον, ἤτοι ἔλασσον, ὁ μὲν παρὰ πατρός, ὁ δὲ παρὰ ματρός.

(12) αἰ δέ τωι μὴ πιστόν ἐστι τὰ ὀνύματα μανθάνειν ἁμέ, ἀλλ’ ἐπισταμένως ἅμα γίνεσθαι, γνώτω ἐκ τῶνδε· αἴ τις εὐθὺς γενόμενον παιδίον ἐς Πέρσας ἀποπέμψαι καὶ τηνεῖ τράφοι, κωφὸν Ἑλλάδος φωνᾶς, περσίζοι κα· καὶ αἴ τις τηνόθεν τῆιδε κομίξαι, ἑλλανίζοι κα. οὕτω μανθάνομεν τὰ ὀνύματα, καὶ τὼς διδασκάλως οὐκ ἴσαμες.

(13) οὕτω λέλεκταί μοι ὁ λόγος, καὶ ἔχεις ἀρχὴν καὶ τέλος καὶ μέσα· καὶ οὐ λέγω, ὡς διδακτόν ἐστιν, ἀλλ’ οὐκ ἀποχρῶντί μοι τῆναι αἱ ἀποδείξεις.

Es wird eine Behauptung aufgestellt, die weder wahr, noch richtig ist; dass also Weisheit und Tugend weder lehrbar, noch lernbar wäre. Die nun dieses behaupten, gebrauchen folgende Beweise: 1. dass es nicht möglich wäre, dasselbige, wenn man es einem Anderen übergeben hätte, ferner noch zu haben. Dies ist nun Ein Beweis. 2. Ein anderer ist, dass, wenn sie lehrbar wäre, erklärte und ausgemachte Lehrer da sein müssten, wie für die Musik.

3. Ein Dritter, dass die in Hellas aufgekommenen weisen Männer sonst ihre Kinder und Freunde unterrichtet haben würden.

4. Ein Vierter, dass schon Manche, die zu den Sophisten gingen, keinen Vortheil davon hatten. 5. Ein Fünfter, dass Viele, die mit Sophisten nicht verkehrt haben, berühmt geworden sind.

Ich aber halte diese Behauptung für ziemlich einfältig (κάρτα εὐήθη). 1. Ich kenne nämlich die Lehrer, welche Lesen und Schreiben lehren, was er auch selber versteht, und Citherspieler, (die) Citherspielen (lehren). 2. Auf den zweiten Beweis, dass es also keine erklärten Lehrer giebt, (antworte ich): was lehren denn die Sophisten, wenn nicht Weisheit oder Tugend? oder was wären die Anaxagoreer und Pythagoreer? 3. Drittens aber, es lehrte Polykleitos seinen Sohn Statuen zu machen. Und wenn einer (seine Söhne in seiner Kunst) nicht unterrichtet hat, so ist das kein Zeichen (der Unmöglichkeit); wenn das Lehren aber Thatsache ist, ist dies ein Zeichen, dass es möglich ist zu lehren. 4. Viertens, (sie sagen) dass sie nicht durch weise Sophisten weise werden. (Der Grund ist nicht stichhaltig); denn auch Lesen und Schreiben lernten Viele nicht, obgleich sie es lernten. Es giebt auch eine Art von Talent dazu. Wenn einer, ohne von Sophisten zu lernen, von genügender Begabung war und geeignet, leicht Vieles aufzufassen, nachdem er nur Weniges von denen gelernt, von denen wir auch die Sprache lernen und zwar von diesen mehr oder weniger, der Eine von seinem Vater, der Andere von seiner Mutter. Wenn es einem aber nicht glaublich dünkt, dass man (aufwachsend) zugleich die Sprache lernt, sondern, (wenn man denkt), man müsse zugleich eine wissenschaftliche Ausbildung erhalten, so erkenne er es aus Folgendem. Wenn Einer ein Kind gleich nach der Geburt nach Persien schickt und dort auferzieht, ohne dass es die Hellenische Sprache lernt, so würde es Persisch sprechen; und wenn man eins von dort hierher brächte, würde es Griechisch reden. So lernen wir die Sprache und haben doch keine Lehrer.

Nicht ich habe die Behauptung aufgestellt, und Du hast (nun in meiner Widerlegung, was Du von einer Rede verlangtest), Anfang, Ende und Mitte. Und ich behaupte nicht, dass (die Tugend) lehrbar sei, sondern dass mir jene Beweise nicht genügen.

German · Gustav Teichmüller · Literarische Fehden im vierten Jahrhundert vor Chr., vol 2 (Breslau: Wilhelm Koebner, 1884), “Eines Ungenannten ethische Disputationen dorisch verfasst”, pp 205–224
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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 6.4 the German says Kinder und Freunde where Diels refers to one’s own art and friends. At 6.12 the historical interpretation uses scientific education and keine Lehrer rather than do not know the teachers. The closing Nicht ich habe formulation differs from Diels’s οὕτω λέλεκταί μοι. These are retained historical readings, not new corrections

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(1) λέγοντι δέ τινες τῶν δαμαγορούντων, ὡς χρὴ τὰς ἀρχὰς ἀπὸ κλάρω γίνεσθαι, οὐ βέλτιστα ταῦτα νομίζοντες.

(2) εἰ γάρ τις αὐτὸν ἐρωτώιη τὸν ταῦτα λέγοντα, τί δὴ σὺ τοῖς οἰκέταις οὐκ ἀπὸ κλήρω τὰ ἔργα προστάσσεις, ὅπως ὁ μὲν ζευγηλάτας, αἴ κ’ ὀψοποιὸς λάχηι, ὀψοποιῆι, ὁ δὲ ὀψοποιὸς ζευγηλατῆι, καὶ τἆλλα καττωὐτό;

(3) καὶ πῶς οὐ καὶ τὼς χαλκῆας καὶ τῶς σκυτῆας συναγαγόντες καὶ τέκτονας καὶ χρυσοχόας διεκλαρώσαμεν καὶ ἠναγκάσαμεν, ἅν χ’ ἕκαστος λάχηι τέχναν ἐργάζεσθαι, ἀλλὰ μὴ ἅν ἐπίσταται;

(4) τωὐτὸν δὲ καὶ ἐν ἀγῶσι τᾶς μωσικᾶς διακλαρῶσαι τὼς ἀγωνιστὰς καὶ ὅ τι χ’ ἕκαστος [κα] λάχηι, ἀγωνίζεσθαι· αὐλητὰς κιθαρίξει τυχὸν καὶ κιθαρωιδὸς αὐλήσει· καὶ ἐν τῶι πολέμωι [τὼς] τοξότας καὶ [τὼς] ὁπλίτας ἱππασεῖται, ὁ δὲ ἱππεὺς τοξεύσει, ὥστε πάντες ἃ οὐκ ἐπίστανται οὐδὲ δύνανται, [οὐ δὲ] πραξοῦντι.

(5) λέγοντι δὲ καὶ ἀγαθὸν ἦμεν καὶ δαμοτικὸν κάρτα· ἐγὼ ἥκιστα νομίζω δαμοτικόν. ἐντὶ γὰρ ἐν ταῖς πόλεσι μισόδαμοι ἄνθρωποι, ὧν αἴ κα τύχηι ὁ κύαμος, ἀπολοῦντι τὸν δᾶμον.

(6) ἀλλὰ χρὴ τὸν δᾶμον αὐτὸν ὁρῶντα αἱρεῖσθαι πάντας τὼς εὔνως αὐτῶι, καὶ τὼς ἐπιταδείως στραταγέν, ἁτέρως δὲ νομοφυλακὲν καὶ τἆλλα.

Es sagen einige Volksredner, dass die Aemter durch’s Loos vergeben werden müssen, indem sie hierüber nicht sehr richtig denken.

Wenn nämlich einer ihn fragte, der dies behauptet, warum trägst Du denn nicht Deinen Sclaven ihre Arbeiten nach dem Ausfall des Looses auf, dass der Kutscher koche, wenn er durch’s Loos Koch wurde, der Koch aber kutsche und das Uebrige ebenso? Und warum riefen wir nicht auch die Schmiede und die Schuster zusammen und die Zimmerleute und Goldarbeiter und verloosten und zwangen sie, die Kunst auszuüben, die Jeder erloost, und nicht die, welche er versteht? Ebenso auch bei den musischen Spielen (könnte man ja) die Wettkämpfer (Sänger, Musiker, Schauspieler) losen und, was ein Jeder gerade erloost, spielen lassen. Wer gerade ein Flötenbläser ist, der soll die Cither spielen und ein Citherspieler soll die Flöte blasen; und im Kriege wird der Bogenschütz und der Schwerbewaffnete zu Pferde sitzen, der Reiter aber mit dem Bogen schiessen, so dass Alle, was sie nicht verstehen und nicht können, auch nicht thun werden.

Sie sagen aber, es sei (die Wahl durch’s Loos) etwas Gutes und sehr Volksfreundliches.

Ich halte es für sehr wenig volksfreundlich. Es giebt ja in den Städten volksfeindliche Menschen, die, wenn sie gerade das Loos trifft, das Volk zu Grunde richten werden. Aber das Volk selbst muss zuschauen und alle ihm Wohlgesinnten wählen und die, welche (dazu) geschickt sind, kriegführen, Andere wieder über die Gesetze wachen (lassen) etc.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 7.4 the German retains auch nicht thun corresponding to a negative that Diels deletes[οὐδὲ]. Its final etc. corresponds to the source’s καὶ τἆλλα and is not an editorial truncation. The entire six-paragraph historical section is included

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(1) 〈τῶ αὐτῶ〉 ἀνδρὸς καὶ τᾶς αὐτᾶς τέχνας νομίζω κατὰ βραχύ τε δύνασθαι διαλέγεσθαι, καὶ 〈τὰν〉 ἀλάθειαν τῶν πραγμάτων ἐπίστασθαι, καὶ δικάζεν ἐπίστασθαι ὀρθῶς, καὶ δαμαγορεῖν οἷόν τ’ ἦμεν, καὶ λόγων τέχνας ἐπίστασθαι, καὶ περὶ φύσιος τῶν ἁπάντων ὥς τε ἔχει καὶ ὡς ἐγένετο, διδάσκεν.

(2) καὶ πρῶτον μὲν ὁ περὶ φύσιος τῶν ἁπάντων εἰδώς, πῶς οὐ δυνασεῖται περὶ πάντων ὀρθῶς καὶ 〈τὰν πόλιν διδάσκεν〉 πράσσεν;

(3) ἔτι δὲ ὁ τὰς τέχνας τῶν λόγων εἰδὼς ἐπιστασεῖται καὶ περὶ πάντων ὀρθῶς λέγεν.

(4) δεῖ γὰρ τὸν μέλλοντα ὀρθῶς λέγειν, περὶ ὧν ἐπίσταται, περὶ τούτων λέγεν. πάντ’ ὧν [γὰρ] ἐπιστασεῖται.

(5) πάντων μὲν γὰρ τῶν λόγων τὰς τέχνας ἐπίσταται, τοὶ δὲ λόγοι πάντες περὶ πάντων τῶν ἐ〈όντων ἐντί〉.

(6) δεῖ δὲ ἐπίστασθαι τὸν μέλλοντα ὀρθῶς λέγεν, περὶ ὅτων κα λέγηι, 〈τὰ πράγματα〉, καὶ τὰ μὲν ἀγαθὰ ὀρθῶς διδάσκεν τὴν πόλιν πράσσεν, τὰ δὲ κακά τως κωλύειν.

(7) εἰδὼς δὲ ταῦτα εἰδήσει καὶ τὰ ἅτερα τούτων· πάντα γὰρ ἐπιστασεῖται· ἔστι γὰρ ταὐτὰ τῶν πάντων τῆνα, 〈ὁ〉 δὲ ποτὶ τωὐτὸν τὰ δέοντα πράξει, αἰ χρή.

(8) καὶ μὲν ἐπίσταται αὐλέν, ἀὶ δυνασεῖται αὐλέν, αἴ κα δέηι τοῦτο πράσσεν.

(9) τὸν δὲ δικάζεσθαι ἐπιστάμενον δεῖ τὸ δίκαιον ἐπίστασθαι ὀρθῶς· περὶ γὰρ τοῦτο ταὶ δίκαι. εἰδὼς δὲ τοῦτο εἰδήσει καὶ τὸ ὑπεναντίον αὐτῶι και τὰ 〈τούτων〉 ἅτερα.

(10) δεῖ δὲ αὐτὸν καὶ τὼς νόμως ἐπίστασθαι πάντας· αἰ τοίνυν τὰ πράγματα μὴ ἐπιστασεῖται, οὐδὲ τὼς νόμως.

(11) τὸν γὰρ ἐν μωσικᾶι νόμον ὡυτὸς ἐπίσταται, ὅσπερ καὶ μωσικάν, ὃς δὲ μὴ μωσικάν, οὐδὲ τὸν νόμον.

(12) ὅς γα 〈μὰν〉 τὰν ἀλάθειαν τῶν πραγμάτων ἐπίσταται, εὐπετὴς ὁ λόγος, ὅτι πάντα ἐπίσταται·

(13) ὣς δὲ 〈καὶ κατὰ〉 βραχὺ 〈διαλέγεσθαι δύναται, αἴ κα〉 δέηι νιν ἐρωτώμενον ἀποκρίνεσθαι, περὶ πάντων· οὐκῶν δεῖ νιν πάντ’ ἐπίστασθαι.

Ich glaube, es ist die Sache eines Mannes, durch dieselben Künste sowohl kurz als lang zu sprechen, und die Wahrheit der Dinge zu wissen und gut zu richten und das Volk berathen zu können und die Redekünste zu kennen und über die Natur aller Dinge, wie sie sich verhalten und entstanden, zu lehren.

1. Und erstens, wer über die Natur aller Dinge Einsicht hat, wie wird der nicht auch in allen Stücken richtig handeln können? 2. Ferner, wer die Redekünste versteht, der wird auch über alle Dinge richtig sprechen können. Denn wer richtig sprechen soll, der muss über die Dinge, die er versteht, sprechen. Er wird ja Alles verstehen; denn er versteht die Künste von allen Reden; alle Reden aber beziehen sich auf Alles, was ist. Es muss aber, wer richtig reden soll, die Dinge verstehen, über die er gerade reden möchte, und die Bürgerschaft richtig lehren, das Gute zu thun und sie von dem Uebeln zurückzuhalten. Sicherlich, wenn er dies weiss, wird er auch das hiervon Verschiedene wissen; denn er wird Alles wissen; denn dieses (Gutes und Böses) gilt von allen Dingen. So wird er ebenso alles jenes, was sich gehört, thun. Man muss (z. B.), auch wenn man es nicht versteht, die Flöte blasen, wenn es zufällig einmal Pflicht ist, dies zu thun. Wer zu richten versteht, muss das Gerechte gut verstehen; denn darauf bezieht sich das Richten. Wenn er dies aber versteht, wird er auch das Entgegengesetzte davon verstehen und das Verschiedene. Er muss aber auch alle Gesetze kennen; wenn er nun die Handlungen nicht kennen sollte, dann auch nicht die Gesetze. Denn das Gesetz in der Musik versteht Einer, wenn er auch Musik versteht; wer aber nicht Musik versteht, der auch nicht ihr Gesetz. Denn wer von allen Dingen rechte Einsicht hat, der kann leicht reden, weil er Alles versteht; kurz er muss, gefragt, über alle Dinge Rede stehen. Also muss er Alles wissen.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 8.1 the German says kurz als lang where Diels gives brief speaking. At 8.2 the Diels supplement concerning instructing a city is absent. At 8.8 the flute example says auch wenn man es nicht versteht, whereas Diels has affirmative knowing/ability wording. The final statement about answering briefly follows Teichmüller’s older text, not Diels’s restored wording

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(1) μέγιστον δὲ καὶ κάλλιστον ἐξεύρημα εὕρηται μνάμα καὶ ἐς πάντα χρήσιμον, ἐς τὰν σοφίαν τε καὶ ἐς τὸν βίον.

(2) ἔστι δὲ τοῦτο 〈πρᾶτον〉· ἐὰν προσέχηις τὸν νοῦν, 〈τὰ〉 διὰ τούτω παρελθόντα ἁ γνώμα μᾶλλον αἰσθησεῖται.

(3) δεύτερον δὲ μελετᾶν, ἃ κα ἀκούσηις· τῶι γὰρ πολλάκις ταὐτὰ ἀκοῦσαι καὶ εἶπαι ἐς μνάμαν παρεγένετο σύνολον ὃ ἕμαθες.

(4) τρίτον ἅ κα ἀκούσηις ἐπὶ τὰ οἶδας καταθέσθαι, οἷον τόδε· δεῖ μεμνᾶσθαι Χρύσιππον, κατθέμεν ἐπὶ τὸν χρυσὸν καὶ τὸν ἵππον,

(5) ἄλλο· Πυριυλάμπη κατθέμεν ἐπὶ 〈τὸ〉 πῦρ καὶ τὸ λάμπειν. τάδε μὲν περὶ τῶν ὀνυμάτων·

(6) τὰ δὲ πράγματα οὕτως· περὶ ἀνδρείας ἐπὶ τὸν Ἄρη καὶ τὸν Ἀχιλλῆα, περὶ χαλκείας δὲ ἐπὶ τὸν Ἥφαιστον, περὶ δειλίας ἐπὶ τὸν Ἐπειόν . . .

Als grösste und schönste Erfindung für das Leben ward das Gedächtniss erfunden und als für Alles brauchbar, sowohl für die Philosophie, als für die Weisheit. 1. Dies besteht darin, dass Du aufmerksam bist. Dadurch wird der Gedanke, wenn er das Ganze, das Du lerntest, durchgeht, zu einer grösseren Klarheit kommen. 2. Zweitens aber (musst Du) aufsagen (üben), was Du gerade gehört hast; denn häufig dasselbe hören und sagen, das geht in’s Gedächtniss. 3. Drittens wenn Du etwas gehört hast, dann weisst Du es an seinem Orte niederzulegen (lociren nach mnemonischer Topik). Z. B. so: man soll „Goldpferd“ (Chrysipp) behalten; leg’ es nieder unter Gold und Pferd. Anderes Beispiel „Feuerglanz“ (Pyrilampes); leg’s nieder unter Feuer und Glänzen. So ist’s mit den Namen (ὀνόματα). Den Sachinhalt (πράγματα) aber auf folgende Weise. Ueber Tapferkeit; bei Ares und Achilleus. Ueber Erzarbeit: bei Hephaistos. Ueber Feigheit: bei Epeios.

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Complete historical German section transcribed and visually checked across all its printed pages. Teichmüller follows his 1884 edition, not Diels’s 1922 critical text. Diels Greek is retained unchanged. Original German spelling and explanatory parentheses are retained; footnotes, marginal topic labels and editorial headings are excluded. Line-break hyphenation is joined; verse lineation is preserved. At 9.1 the German orders the life/philosophy/wisdom terms differently. At 9.2–3 the phrase das Ganze, das Du lerntest is grouped with attention rather than repetition. At 9.4 Teichmüller uses placing something in a mnemonic location rather than Diels’s association with something already known. Section 9 has no separate numbered heading in Teichmüller; it is the complete remaining paragraph sequence onp 224

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